Übersicht
Neese erklärt die Welt

A
B
C
D
E
F
G
H
IJ
K
L
M
N

O
Ohrgasmus

Olympisches Feuer
Olympia: Neue Sportarten
Optimist
Orient
Osterhasi & Nikolausi

PQ
R
S
T
U
VW
XY
Z

 

Impressum
 

Ohrgasmus

Befriedigendes Gefühl, das ein Ohrstäbchen auslöst, wenn man damit Stellen im Ohr kratzt, die man sonst nicht erreicht!

 

Olympisches Feuer

Bei den ersten Olympischen Spielen gab es noch kein Olympisches Feuer, sondern einen Knopf von drei Metern im Durchmesser, den jeder Teilnehmer an seiner Kleidung befestigen musste. Dies war allerdings recht unbequem, außerdem riss der Knopf bei nur fünf Befestigungslöchern (aus denen dann später die Olympischen Ringe wurden) relativ schnell ab.

So wurde der Knopf durch einen Blumenstrauß ersetzt. Doch der Läufer, der die Blumenpracht zu den Spielen bringen sollte, machte Rast auf einer Kuhwiese und schon hatten die Kühe die Blumenbestände gnadenlos dezimiert.

Das (für die Kühe) tragische Ende war natürlich, dass sie geschlachtet wurden. Zur Eröffnungsfeier wurden dann lecker Koteletts gegrillt. Und dazu brauchte man dann das Feuer.

 

Olympia: Neue Sportarten

Am Rande der Olympischen Spiele in London, genauer in einem abgelegenen Hamburger Landhaus, tagte eine Smash-Sonderkommission, um Vorschläge zur Vitalisierung und Modernisierung der olympischen Sportarten zu erarbeiten. Hier folgen die ersten Erkenntnisse.

Gleichberechtigung
Die Kommission sieht keinerlei Grund, Pferden Vorrang vor anderen beliebten Tierarten zu lassen. Neben dem Dressurreiten wird zur Umsetzung das Dressurschwimmen (mit Delphinen) und das Dressurfliegen empfohlen. Während die ersten Probetermine beim Dressurschwimmen sehr zufrieden stellend verliefen, muss man beim Dressurfliegen noch auf die neu entwickelten Signalgeber gewartet werden, da die bisher eingesetzten Brieftauben die gesprochenen Anweisungen nicht verstanden. Auch setzten aufgrund des missverständlichen Begriffs einige Nationen Stubenfliegen anstelle von Vögeln ein. Will man dies beibehalten, würde es zumindest die Einführung von Gewichtsklassen erfordern.
Der Vorschlag einer Bonsai-Baum-Dressur fand zurzeit keine Mehrheit, wurde aber auf Wiedervorlage gelegt.

Ballsportarten
Begeistert von der jüngst eingesetzten Luftgitarre, empfiehlt die Kommission als neue Disziplin Luftfußball. Dies könnte auch für die deutschen Kicker interessant werden, da das lästige Arbeitsgerät entfällt.
Außerdem setzt sich die Kommission ganz entschieden für die Einführung des Schweige-Tennis ein! Neben Golf und Mini-Golf, deren Verbände sich schon seit längerem um eine Aufnahme bemühen, wurde nun auch Mini-Mini-Golf als olympische Disziplin vorgeschlagen, da es noch einmal deutlich weniger Platz beanspruche als die Großfeldvarianten.

Modernisierung
In der Leichtathletik sieht die Kommission umfassenden Neuerungsbedarf und erarbeitete vielfältige Alternativen, die zur Diskussion in die Fachverbände weitergeleitet wurden. Als Highlights der Ideensammlung gelten der Synchron-Zehnkampf, der Staffelholz-Weitwurf als Zweitdisziplin für alle beim Staffellauf disqualifizierten Nationen sowie das Luftballon-Stoßen. Bei Letzterem können in einer erschwerten Variante mit Wasser gefüllte Luftballons eingesetzt werden).

Schwimmen
Keine Einwände hat die Kommission gegen das 500-Meter-Tieftauchen. das 100-Meter-Brustkraulen wurde dagegen als zu sexistisch verworfen. Als Anregung gab die Kommission dem Fachverband aber mit auf den Weg, die starren Strukturen zu lockern. Bei zum Beispiel einem 77-Meter-Schwimmen würden viele eingespielte Mechanismen in Training und Wettkampf plötzlich überflüssig sein und neues Leben in den Wettbewerb einkehren.

Jedermann-Olympia
Um möglichst jedem Erdenbürger die Teilnahme an Olympischen Spielen zu ermöglichen, wurden etwas exotischere Vorschläge wie zum Beispiel das Couch-Climbing und das Power-Sitting gemacht. Hierzu hat die Kommission noch keine abschließende Bewertung getroffen, begrüßt jedoch den zugrunde liegenden Gedanken.
Die Disziplin "Schiefliegen" wurde zur Überprüfung an die Kommission der Winterspiele übermittelt.

 

Optimist

Wetterbericht kündigt Sonnenschein an und er nimmt keinen Regenschirm mit.

 

Orient

Wie der Name schon andeutet, in dieser Gegend hat man Schwierigkeiten sich zu orientieren. Moses z.B. führte das Volk Israel 40 Tage durch die Wüste. Das kommt davon, wenn man nicht nach dem Weg fragt!

Um an dieses Ereignis zu erinnern, wird seit einigen Jahren als Wettbewerb versucht, die Zeit von 40 Tagen zu unterbieten. Bisher konnte der Orientierungslauf aber nicht in den Kanon olympischer Sportarten aufgenommen werden.

 

Osterhasi und Nikolausi

Wohl allen ist der Sketch von Gerhard Polt mit der quengelnden, „Osterhasi“ und „Nikolausi“ piepsenden Puppe bekannt. Kaum einer jedoch weiß, welch massive Gesellschaftskritik sich hinter dieser Mär verbirgt.

Wie die Gebrüder Grimm geht Polt vor. Auch diese wollten mit manchen ihrer Märchen auf gesellschaftliche Missstände oder eher tragische Geschehen aufmerksam machen (man erinnere sich: „Hänsel & Gretel“ war eigentlich der Bericht über ein Wirtschaftsverbrechen eines Nürnberger Lebkuchen-Händlers, der seine Konkurrenz als Hexe verleumdete und letztlich tötete).

Polt benutzt das (Ver-)Wechselspiel zwischen „Osterhasi“ und „Nikolausi“, um angesichts der fortlaufenden Diskriminierung des Osterhasen ein deutliches Ausrufezeichen zu setzen. Zu dem Machtkampf dieser Wesen kam es folgendermaßen:

Als der liebe Gott die Stelle eines Weihnachtsmannes ausschrieb, gab es zwei Bewerbungen, doch nur einer konnte den Job bekommen. Ein gewisser Klaus N. verpasste diesen Traumjob. Er zog sich eine Zeitlang enttäuscht in eine Männer-WG zurück, die er gemeinsam mit seinem Butler Ruprecht und einem gewissen Rudolph, der in früholympischen Zeiten als Marathonläufer den Spitznamen „Renntier“ erhielt, bewohnte. (Wegen einer gelinden Alkoholsucht nannten ihn einige auch "Rednose".)

Von dort intrigierte und wetterte Klaus N. gegen alles und jeden. Die angeblich wissenschaftliche Untersuchung, wonach der Weihnachtsmann gar nicht existieren könne, weil er nicht überall zugleich sein könne, stammt auch von ihm. Doch war der Weihnachtsmann schon zu mächtig, um an derlei Versuchen Schaden zu nehmen.

Um Frieden zu schaffen, bot der liebe Gott dem Unruhestifter an, schon am 6. Dezember ein wenig Vorfreude auf Weihnachten zu schaffen. Aus Klaus N. wurde N-Klaus, später Nikolaus. Doch sozusagen nur zum Vorspiel des Weihnachtsmannes zu gehören, regte Klaus noch mehr auf. Er beschloss, sich mehr Macht zu verschaffen, wusste aber, dass er gegen die majestätische Ausstrahlung des Weihnachtsmannes mittlerweile keine Chance mehr hatte. Zwar kaufte er sich für teures Geld Konsul Weyer den Titel eines Heiligen und nannte sich fortan auch beharrlich „Sankt Nikolaus", doch an das Image des Weihnachtsmannes kam er nicht heran.

Also wandte er sich gegen den Osterhasen. Alle Verleumdungskampagnen gegen den Eierbringer, die wir in den letzten Jahrhunderten erlebten, kamen vom Nikolaus. Es gelang ihm aber nicht vollständig, den Osterhasen ins Reich der Fabel abzudrängen. Doch insbesondere mit dem Gerücht über die tierverachtenden Schoko-Ei-Legebatterien, aus denen die Eier des Osterhasen stammen sollten, wurde der Osterhase in den letzten hundert Jahren in seinem natur- und tierliebenden Image schwer geschädigt und litt aufgrund eines massiven Umsatzrückganges schwere Not.

Eine Zeitlang fristete er sein Dasein, um die Eier, die die Hannoveraner sich über die Leine hinweg zu warfen, in Wollebälle umzubauen. Aus dieser Zeit ist der Osterhase also insbesondere den Volleyballern freundschaftlich verbunden, was sich noch heute an den vielen Volleyball-Osterturnieren bemerkbar macht.

In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zog sich der Osterhase frustriert zunehmend aus dem Geschäft zurück, entdeckte seine musikalischen Qualitäten und gründete unter dem Pseudonym Hazy Osterwald eine sehr erfolgreiche Kombo.

Doch dem lieben Gott und dem Weihnachtsmann blieben die Machenschaften des Nikolaus nicht unbemerkt. Seit einiger Zeit versuchen sie, dem Osterhasen zu neuem Renommee zu verhelfen. Wirtschaftlich halfen sie ihm mit neuen Aufträgen auf die Beine. Das ist auch der Grund, weshalb es seit einigen Jahren schon zu Weihnachten Ostereier gibt.

Gerhard Polt gebührt die Ehre, mit seinem Sketch auf diese historischen Zusammenhänge aufmerksam gemacht zu haben.
 

 

Copyright © 2011 Peter Neese - Alle Rechte vorbehalten.