Anekdoten

 

Prominente erinnern sich

 

Rudyard Kipling
Thomas Alva Edison
Julius Tandler
Douglas MacArthur
Arthur Schopenhauer
Nikita Chrustschow
Matthias Claudius
Friedrich Schiller
Mark Twain
Albert Einstein
Lloyd George
Winston Churchill
William Sommerset Maugham
Richard von Weizsäcker
Gilbert Chesterton/
George Bernard Shaw
Theodore Roosevelt
Alan Brien
Rudolf Virchow
Pablo Picasso
Bertold Brecht
Niels Bohr
Abraham Lincoln
Fernandel
Johann L. Schoenlein
Friedrich II. /
Moses Mendelssohn
Friedrich Wilhelm IV.
Johann Wolfgang von Goethe
Heinrich Heine
Karl Kraus
Alexander Girardi
Josef Kainz
Leo Slezak
Karl Valentin
Richard Wagner
Hans Pfitzner
James Salisbury
Aristide Briand
Howie Mandel
George Foreman
Max Merkel
Charles King

Fjodor Dostojewski
Ernest Hemingway
Marilyn Monroe/Ella Fitzgerald


 

  Anekdoten  -  Zitate  -  Weise (?) Sprüche  -  Fußballer-Zitate  -  Graffiti  -  Grabsteininschriften

Anekdoten
Was berühmten Personen geschah
(oder ihnen zumindest nachgesagt wird ...)

 
Rudyard Kipling
Eine junge Leserin brach in Tränen aus, als sie Rudyard Kipling besuchen durfte. Kipling fühlte sich geschmeichelt und fragte sie nach dem Grund ihrer Rührung. Da antwortete seine Verehrerin: "Und Sie habe ich mir immer so groß und schön vorgestellt."
Rudyard Kipling (1865 - 1936) war ein britischer Schriftsteller und Dichter. Er schrieb unter anderem "Das Dschungelbuch".
 
Thomas Alva Edison
Edison wurde von einem interessierten Laien gefragt, ob er ihm ohne Fachausdrücke das Geheimnis der drahtlosen Telegrafie erklären könne. "Ganz einfach", sagte Edison. "Stellen Sie sich vor, ein Dackel wäre so lang, dass er von New York bis nach London reicht. Wenn Sie ihn in New York in den Schwanz kneifen, so jault er in London. Das ist Telegrafie. Und drahtlose Telegrafie ist dasselbe ohne Dackel."

Edison wurde oft von seinen Gästen gefragt, warum er, als einer der größten Physiker, ein Gartentor habe, dass unwahrscheinlich schwer gehe.
Er erklärte dann, dass jeder Besucher 20 Liter Wasser in seine Zisterne pumpe, wenn er das Tor betätige.


Thomas Alva Edison (1847 - 1931) war ein US-amerikanischer Erfinder und Unternehmer.
 

Julius Tandler
Professor Tandler pflegte seine Vorlesungen durch kleine Vorführungen aufzulockern. So legte er einmal ein kleines Paket vor sich auf den Tisch und sagte: "Meine Herren, um Ihnen meine Ansicht besser zu exemplifizieren, habe ich hier in diesem Paket einen Frosch mitgebracht. Ich bitte, ihn genau zu betrachten."
Das Paket wurde geöffnet und der Inhalt kam zum Vorschein: zwei Butterbrote und ein Ei. Nachdem er sich die Überraschung eine Weile schweigend angesehen hatte, sagte Tandler leise: "Ich hätte schwören können, dass ich mein Frühstück gegessen habe."
Julius Tandler (1869 - 1936) war österreichischer Arzt und sozialdemokratischer Politiker.
 
Douglas MacArthur
Als Kommandant der Offiziersschule empfing MacArthur eine Gruppe von Senatoren. Bei der Besichtigung der Akademie zeigte er auch ein spartanisch eingerichtetes Zimmer mit einem eisernen Feldbett. "Ja, meine Herren, so hausen Soldaten. Auf diesem Lager schlafe ich jede Nacht. Beim anschließenden Festessen speiste man von dick vergoldetem Geschirr.
Kaum waren die Senatoren abgereist, stellte sich heraus, dass ein Teller fehlte und nicht mehr aufzufinden war. So schrieb MacArthur an die Gäste, die an dem Mahl teilgenommen hatten.
Einer der Senatoren antwortete ihm: "So misstrauisch sind Politiker. Sehen Sie, General, wenn Sie tatsächlich in dem eisernen Feldbett schlafen würden, hätten Sie den Teller längst entdeckt. Ich habe ihn unter der Bettdecke deponiert."
Douglas MacArthur (1880 - 1964) ist
meistdekorierter Soldat in der Geschichte der US-amerikanischen Streitkräfte.
 
Arthur Schopenhauer
Als Schopenhauers Werk "Die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grund" erschienen war, brachte der stolze Verfasser eines der ersten Exemplare seiner Mutter.
Die las den Titel und fragte: "Das ist wohl etwas für Apotheker?"
Schopenhauer hatte schon oft über die Unterhaltungsromane, die seine Mutter schrieb, gespottet und antwortete: "Das wird noch da sein, wenn von dem Zeug, das du schreibst, kein Exemplar mehr zu finden sein wird."
"Das mag sein", antwortete Mama Schopenhauer ungerührt, "von deinen Büchern wird sogar noch die ganze Auflage vorhanden sein!"
Arthur Schopenhauer (1788 - 1860)
war ein deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer.
 
Nikita Chrustschow
Chrustschow nannte 1956 auf dem 20. Parteitag der KPdSU in einer Rede die Verbrechen Stalins beim Namen. Als er wieder Platz nehmen wollte, wurde ihm eine anonyme Nachricht überreicht.
Chrustschow kehrte sofort ans Rednerpult zurück und erklärte: "Soeben bekomme ich einen Zettel, auf dem steht: 'Genosse Chrustschow, was tatest du, als Stalin seine Verbrechen beging?' Ich bitte den Genossen Fragesteller, sich zu erheben."
Niemand rührte sich, der Saal schwieg. "Genau das, Genossen, habe ich auch getan, solange Stalin an der Macht war."
Nikita Chrustschow (1894 - 1971) war von 1953 bis 1964 Parteichef der KPdSU, von 1958 bis 1964 außerdem Regierungschef der UdSSR.
 
Matthias Claudius
Der Dichter wurde eines Tages nach dem Unterschied gefragt, der zwischen seinem und dem Stil Klopstocks bestehe.
Er antwortete: "Du, der du weniger bist als ich und dennoch mir gleich, nahe dich mir und befreie mich, dich beugend zum Grunde unserer Allmutter Erde, von der Last des staubbedeckten Kalbfells!, sagt Klopstock, wenn ich sage: Johann, zieh mir die Stiefel aus!"
Matthias Claudius (1740 - 1815) war ein deutscher Dichter und Journalist, bekannt als Lyriker mit volksliedhafter Verskunst.
 
Friedrich Schiller
In Potsdam feierte man 1905 den 100. Todestag des Dichters Friedrich von Schiller. Alles Volk war auf den Beinen. Es war ein wirklich großes Fest mit reichem Fahnenschmuck, mit Schulfeiern, Vorträgen, Theater-Festvorstellungen und vielem mehr.
Abends im Kasino fragt ein Gardehauptmann den anderen: "Wie heißt eigentlich der Kerl, den sie da feiern?" - "Schiller!"
"Den Namen habe ich noch nie gehört. Und die Leute machen ein Wesen drum, als ob ein Major gestorben wäre!"
Johann Christoph Friedrich von Schiller (1759 - 1805) war ein deutschsprachiger Dichter, Philosoph und Historiker.
 
Mark Twain
Mark Twain sagte bei einer Gesellschaft zu seiner Tischnachbarin galant: "Sie sind schön, Madame."
Die gnädige Dame erwiderte: "Schade, leider kann ich dasselbe nicht von Ihnen sagen."
Mark Twain erwiderte: "Machen Sie es doch wie ich. Lügen Sie."
Samuel Langhorne Clemens (30.11.1835 - 21.04.1910) – besser bekannt unter seinem Pseudonym Mark Twain – war ein amerikanischer Schriftsteller.
 
Albert Einstein
Einstein fuhr zusammen mit dem Zionistenführer Chajim Weizmann per Schiff nach Amerika. Als Weizmann später gefragt wurde, wie er die lange Schiffsreise verbracht habe, antwortete er: "Einstein erklärte mir die ganze Zeit seine Relativitätstheorie."
"Und welchen Eindruck gewannen Sie davon?"
"Ich glaube, er versteht sie!"

Albert Einstein war umgezogen und gab einem seiner Freunde die neue Telefonnummer - 24361. Dieser hatte nichts zum Schreiben und klagte, er könne sich Telefonnummern so schlecht merken.
"Aber diese ist einfach zu behalten", widersprach Einstein. "Zwei Dutzend und neunzehn hoch zwei."


Albert Einstein (1879 - 1955)  war ein deutscher Physiker und Nobelpreisträger.
 
Lloyd George
In einem Streit über die Gleichberechtigung der Frau rief eine Frauenrechtlerin in höchster Erregung Lloyd George zu: "Wenn Sie mein Mann wären, würde ich Ihnen Gift geben!"
Lloyd George musterte die Rednerin mit stoischer Ruhe und antwortete: "Wenn Sie meine Frau wären: ich würde es nehmen!"
Der mutmaßlich gemeinte Gwilyym Lloyd George
(1894–1967) war ein britischer Politiker.
 

Winston Churchill
Nachdem Winston Churchill im Ersten Weltkrieg sämtlicher Ämter enthoben worden war, galt er allgemein für politisch erledigt. Da erbarmte sich George Bernhard Shaw seiner und schickte dem gestürzten Politiker zwei Freikarten zur Premiere seines neuesten Stückes mit den Worten: "Anbei überreiche ich Ihnen zwei Karten; eine für Sie selbst und die andere für einen Freund, falls Sie noch einen haben."
Churchill sandte die Karten zurück und schrieb dazu: "Leider bin ich verhindert, zur Premiere zu kommen. Darf ich Sie bitten, mir zwei Karten für die zweite Vorstellung zu überlassen - falls eine solche stattfinden sollte."

Als Winston Churchill seine letzte öffentliche Rede hielt, drängten viele Leute in den Saal, da angekündigt worden war, dass der ehemalige Premierminister ein Resumee aus seinem Leben ziehen wollte. Churchill betrat die Bühne und rief: "Gib niemals auf! Nie! Nie! Nie!" und ging wieder.

Winston Churchill (1874 - 1965) war zweimal Premierminister und gilt als bedeutendster britischer Staatsmann des 20. Jahrhunderts
.
 

William Sommerset Maugham
William Sommerset Maugham stritt sich mit seinem Verleger, weil sich sein Erstlingswerk nicht verkaufte und der Verleger keine Werbung finanzieren wollte. Maugham griff zur Selbsthilfe. Er gab in einigen Londoner Tageszeitungen folgende Heiratsanzeige auf: "Junger Millionär, sportliebend, kultiviert, musikalisch, verträglicher, einnehmender Charakter, wünscht eine junges hübsches Mädchen, das in jeder Hinsicht der Heldin des Romans von W. S. Maugham gleicht, zu heiraten."
Sechs Tage nach Erscheinen der Anzeige war der Roman restlos vergriffen.
William Sommerset Maugham (1874 - 1965) war ein englischer Dramatiker und Arzt.
 
Richard von Weizsäcker
Richard von Weizsäcker berichtet, wie er Anfang der 90er Jahre die Berliner Oper besucht und in der Pause von einer nicht gerade sehr liebenswürdigen Berlinerin angesprochen wird. "Sie sagte grußlos 'Jeben Sie mir'n Autogramm!' Meine Rückfrage: 'Auf das Programm? Ich bin  doch kein Künstler!' Sie: 'Naja, ick hätte ja och lieber eens von Pavarotti.' Ich: 'Da haben Sie Recht. Er bringt ja auch sonst mehr auf die Waage als ich.' Sie, noch unerbittlicher als zuvor: 'Na, dann strengen Sie sich mal'n bisken an!'
Richard Karl Freiherr von Weizsäcker, geboren 1920, war von 1984 bis 1994 der sechste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.
 
Gilbert Chesterton / George Bernard Shaw
Viele Geschichten werden über die befreundeten Schriftsteller Chesterton und Shaw verbreitet.

Gilbert Keith Chesterton war eine gewichtige Person mit einer Körpergröße von 1,93 m und wog über 130 kg, George Bernhard Shaw dagegen war klein und schmächtig. So soll Chesterton zu Shaw gesagt haben: „Wenn man dich sieht, glaubt jeder, dass in England eine Hungersnot herrscht.“ Shaw antwortete: „Und wenn man dich sieht, glaubt jeder, dass du sie verursacht hast.“
Gilbert K. Chesterton (1874 - 1935) war ein englischer Schriftsteller und Journalist ("Pater Brown"); George Bernard Shaw (1856 - 1950) war ein irischer Dramatiker, der 1925 den Nopelpreis für Literatur erhielt.
 
Theodore Roosevelt
Als Theodore Roosevelt im Jahr 1901 für die Republikaner kandidierte, wurde er bei einer Wahlversammlung durch einen Zwischenrufer unterbrochen: "Mich überzeugen Sie nicht. ich bin Demokrat."
Freundlich fragte Roosevelt, warum der Störer Demokrat sei. Dieser antwortete, dass schon sein Großvater und sein Vater Demokraten waren. Darauf sagte Roosevelt: "Schön, also gesetzt den Fall, Ihr Großvater war ein Esel und Ihr Vater war auch ein Esel. Was wären Sie dann?"
Mit dieser Frage hatte Roosevelt die Lacher auf seiner Seite, doch da kam eine Antwort, mit der er nicht gerechnet hatte: "Dann wäre ich ein Republikaner."
Theodore Roosevelt (1858 – 1919) wurde mit 42 Jahren der 26. Präsident der USA und damit der jüngste US-Präsident aller Zeiten.

Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Immanuel_Giel/Anekdoten
 
Alan Brien
Der Journalist und Autor Alan Brien war 1985 Gast in der BBC-Sendung „Quote … Unquote“ und bekam die Frage gestellt, von wem der Satz stamme „Gewalt ist die Schlagfertigkeit der Ungebildeten“
Er überlegte eine Weile und meinte dann: „Ich glaube nicht, dass ich das schon mal gehört habe. Eher modern, oder? Kann nicht sehr alt sein. Bernard Shaw wäre zu gut dafür. Vielleicht Chesterton?“
Knapp daneben: das Zitat war von Brien selbst.
Alan Brien (1925 - 2008) war ein englischer Journalist.
 
Rudolf Virchow
Viele Anekdoten ranken sich um das politische Engagement des berühmten Arztes. So war er couragierter Gegner von Bismarck. Nach einer wohl etwas heftigen Rede im Parlament soll er von Bismarck zum Duell gefordert worden sein. Als geforderter durfte er die Waffen wählen. Er wählte einige besonders schöne Bakterienkulturen. Das Duell fand nie statt.
Rudolf Ludwig Karl Virchow (1821 - 1902) war ein deutscher Arzt und gilt unter anderem als Gründer der modernen Pathologie.
 
Pablo Picasso
Ephraim Kishon veröffentlicht in »Picassos süße Rache« das umstrittene Vermächtnis von Picasso, in dem dieser ausdrücklich davon spricht, dass er seine Bilder zu großen Teilen nur veröffentlichte, um die Kritiker zu verhöhnen, die seine lustigen Werke in höchsten Tönen lobten.“
Pablo Ruiz Picasso (1881 – 1973) war ein spanischer Maler, Grafiker und Bildhauer.

http://www.ephraimkishon.de/Picassokishausschnitt.htm
 

Bertold Brecht
Bertold Brecht verwendete als Schüler gerne Goethe-Zitate in seinen Aufsätzen, um seine Ansichten zu bekräftigen. Diese vermeintlichen Zitate erfand Brecht einfach und niemand bemerkte es, da sich kein Lehrer sicher war, alle Zitate von Goethe zu kennen, und diese Unsicherheit nicht zugeben wollte.
Eugen Berthold Friedrich Brecht (1898 – 1956) war ein deutscher Dramatiker und Lyriker.
 
Niels Bohr
Wolfgang Pauli besuchte Bohr einmal in dessen Landhaus und sah, dass er ein Hufeisen über der Tür hängen hatte. „Professor!“ sagte er, „Sie? Ein Hufeisen? Glauben Sie denn daran?“ Worauf Bohr antwortete: „Natürlich nicht. Aber wissen Sie, Herr Pauli, es soll einem auch helfen, wenn man nicht daran glaubt.“
Niels Henrik David Bohr (1885 - 1962) war ein dänischer Physiker, 1921 den Nobelpreis für Physik erhielt.
 
Abraham Lincoln
Der spätere Präsident der USA
Abraham Lincoln arbeitete als Rechtsanwalt, bevor er in die Politik ging. In seiner ersten Kanzlei wurde er nur mit Fällen betreut, die als verloren betrachtet wurden. So sollte er einmal einen Mann verteidigen, der des Mordes angeklagt war. Da sieben Zeugen auftraten, die übereinstimmend die Umstände der Tat beschrieben und erklärten, dass sie im hellen Mondlicht den Angeklagten genau erkannt hatten, schien auch dieser Fall verloren. Lincoln hörte sich in Ruhe die Zeugen an, reichte zum Schluss dem Gericht einen Mondkalender, der zeigte, dass in der Mordnacht Neumond geherrscht hatte, und gewann damit seinen ersten Fall.
Abraham Lincoln (1809 – 1865) war von 1860 bis 1865 der 16. Präsident der USA und der erste US-Präsident, der einem Attentat zum Opfer fiel.
 
Fernandel
Fernand Joseph Désiré Contandin, besser bekannt unter seinem Schauspieler-Namen Fernandel erzählte einst, dass er Vegetarier werden wolle. Kurz darauf traf ihn ein Bekannter in einem Restaurant, als er gerade ein großes Stück Fleisch verspeiste. Fernandel erklärte ihm: "Allerdings bin ich Vegetarier geworden, lieber Freund! Aber heute ist Dienstag – Dienstag haben wir Vegetarier Fastentag."
Fernandel, eigentlich Fernand Joseph Désiré Contandin, lebte von 1903 bis 1971 und war ein französischer Schauspieler und Sänger.
 
Johann Lukas Schoenlein
Der Arzt Johann Lukas Schoenlein sagte seinen Studenten immer, dass sich ein guter Arzt vor nichts ekeln dürfe, dass er immer wachsam sein und auf das Genaueste beobachten müsse.
Einmal sagte er in seiner Vorlesung: "Früher haben die Ärzte den Zuckergehalt im Urin mit der Zunge geprüft. Das wollen wir jetzt auch einmal ausprobieren." Er tauchte den Mittelfinger der rechten Hand in ein Glas voll Urin und leckte dann seinen Finger ab. Einer nach dem anderen kamen die Studenten an die Reihe, die alle den Finger in den Urin tauchten und dann, zwar widerwillig doch lernbegierig, ableckten.
"Sehr gut, meine Herren", stellte der Professor lobend fest. "Den Ekel haben Sie, wie ich sehe, bereits überwunden. Allerdings lässt bei allen die Beobachtungsgabe noch erheblich zu wünschen übrig. Ihnen ist nämlich entgangen, dass ich zwar den Mittelfinger eintauchte, aber den Zeigefinger ableckte."
Johann Lukas Schoenlein (1793 - 1864) war Professor für Pathologie in Würzburg.
 
Friedrich II. / Moses Mendelssohn
An der Tafel des Friedrich II. saß häufig der berühmte Philosoph Moses Mendelssohn, den der Preußenkönig gern in Verlegenheit brachte, um zu sehen, wie er sich wieder aus der Klemme helfe.
So schrieb der König einmal auf eine Serviette: "Mendelssohn ist der erste Esel unseres Jahrhunderts." Diese Serviette wurde bei Tisch von Hand zu Hand gereicht und gelangte schließlich zu Mendelssohn. Der verneigte sich lächelnd vor dem König und erklärte: "Ich werde gern diese königlichen Worte in meiner Bibliothek aufbewahren, nur hätte ich die Bitte, dass Majestät das Dokument signieren wolle."
Der König unterschrieb und reichte dem Philosophen die Serviette zurück. Mendelssohn stand nun auf und las das Dokument vor: "Moses Mendelssohn ist der erste Esel des Jahrhunderts. Friedrich der zweite."
Friedrich II. (1712 - 1786) war König von Preußen und bekannt als Friedrich der Große.
 
Friedrich Wilhelm IV.
Friedrich Wilhelm IV. war noch Kronprinz, als bei einem Festmahl ganz in seiner Nähe ein Aufschneider ganz unwahrscheinliche Geschichten erzählte. "Das ist noch gar nichts", warf er ein. Der Angeredete war geschmeichelt, dass der Kronprinz zugehört hatte und war auf dessen Erzählung gespannt.
"Als wir im vorigen Sommer in Erdmannsdorf waren, wurde uns überraschend der Besuch von russischen Herrschaften gemeldet", begann der Kronprinz. "Natürlich wollten wir dem Gast angenehme Stunden bereiten, aber was kann man in einem Nest wie Erdmannsdorf schon anfangen! Wir beschlossen eine Schlittenfahrt auf dem nahen See. Flugs war angespannt und pfeilschnell gings über die glatte Fläche. Als wir mitten auf dem See waren, krachte es fürchterlich ..." - "Und, Königliche Hoheit?" - "Wir ertranken alle."
Friedrich Wlhelm IV. (1795 - 1861) war ein preußischer König.
 
Johann Wolfgang von Goethe
Ein Goetheforscher ermittelte im 19. Jahrhundert ein altes Mütterchen im Elsaß, das Goethes Liebe Friederike von Sesenheim noch persönlich gekannt hatte. Er besuchte die alte Dame und ließ sich von ihr erzählen. "Riekchen war so ein herziges Kind", berichtete sie. "Jeder im Dorf hatte sie gern." - "Na, und Goethe?" fragte der Forscher.
"Ja, der Goethe, richtig, der Goethe", sagte die Alte, "das war ein Student, der mit unserm Riekchen eng befreundet war. Wir glaubten alle, es würde ein Paar aus den beiden. Aber eines Tages verschwand er und kein Mensch hat je wieder etwas von ihm gehört."

"Mehr Licht!" sollen die letzten Worte Goethes gewesen sein. So wird es allgemein verbreitet und man spürt die verbale Wucht Goethes noch auf seinem Totenbett. Was er tatsächlich sagte, soll etwas prosaischer gewesen sein: "Macht doch den zweiten Fensterladen auf, damit mehr Licht hereinkommt!"

Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832) war ein deutscher Dichter und Schriftsteller.
 
Heinrich Heine
"Ich habe die friedlichste Gesinnung. Meine Wünsche sind die allerbescheidensten: eine Hütte, Strohdach, aber gutes Bett, gutes Essen, Milch und Butter, sehr frisch, vor dem Fenster Blumen, vor der Türe einige schöne Bäume, und wenn der liebe Gott mich ganz glücklich machen will, lässt er mich die Freude erleben, dass an diesen Bäumen etwa sechs oder sieben meiner Feinde aufgehängt werden. Mit gerührtem Herzen werde ich ihnen vor ihrem Tod alle Unbill verzeihen, die sie mir im Leben zugefügt - ja, man muss seinen Feinden immer verzeihen, aber nicht früher, als sie gehängt werden."
Heinrich Heine (1796 - 1856) war ein deutscher Dichter und Schriftsteller.
 
Karl Kraus
Karl Kraus war mit Sigmund Freud anfänglich befreundet und verfolgte seine Arbeiten mit Interesse, brach aber plötzlich die Beziehung zu ihm ab. Man fragte ihn, was ihn dazu veranlasst habe. "Seine Theorien", antwortete Kraus. "Die Psychoanalyse ist nämlich die Geisteskrankheit, für deren Therapie sie sich hält."
Karl Kraus (1874 - 1936) war ein österreichischer Journalist.
 
Alexander Girardi
Girardi wurde in einem Ehrenbeleidigungsprozess verurteilt, sich beim Kläger, einem Kommerzialrat Fränzel, zu entschuldigen. Dieser bewohnte den ersten Stock eines Hauses, im zweiten Stock wohnte ein Herr Schmidt, den Girardi flüchtig kannte. Zur festgesetzten Stunde erschien Girardi vor der Wohnung des Kommerzialrates, wurde eingelassen, trat vor den Kommerzialrat und die vorgesehenen Zeugen und sagte: "Bin ich hier richtig bei Herrn Schmidt?" Perplex antwortete Kommerzialrat Fränzel: "Der wohnt einen Stock über mir." - "Dann bitte ich um Entschuldigung.", sagte Girardi und ging seelenruhig wieder fort.
Alexander Girardi (1850 - 1918) war ein österreichischer Schauspieler.
 
Josef Kainz
1897 spielte Josef Kainz zum ersten Mal im Burgtheater seinen Hamlet. Nachdem er sich abgeschminkt und umgekleidet hatte, ging er zum Bühnenausgang. Da hörte er zufällig, wie sich zwei Arbeiter über den Hamlet unterhielten. "Ich hab schon den Sonnenthal als Hamlet gesehen!" - "Und ich den Robert." - "Aber am besten", meinten beide, "war doch heute der Kainz." - "Schönen Dank, meine Herren", sprach Kainz sie an. "Aber jetzt möchte ich auch gerne wissen, warum?" Er erhielt die offene Antwort: "Ja, Sie waren halt zwanzig Minuten früher fertig als alle anderen."
Josef Kainz (1858 - 1910) war ein österreichischer Schauspieler.
 
Leo Slezak
Auf dem Weg zur Bühnenprobe trifft ein bekannter den gewichtigen Tenor Leo Slezak. Dieser sitzt auf einem Pferd und reitet gemächlich dahin, unberührt vom Wiener Straßenverkehr. Am Halfter führt er ein zweites Pferd. "Reitest du neuerdings zur probe?", fragt ihn der bekannte. "Was soll man schon machen!" antwortet Leo ruhig und gelassen von seinem Pferd herunter. "Sie haben ja schon wieder die Straßenbahntarife erhöht." - "Ja, aber was machst du denn mit dem zweiten Pferd?" - "Dass dir das nicht klar ist!" gibt Leo Slezak pathetisch mit bühnenreifer Bewegung seiner Hand zur Antwort: "Ich muss doch am Schlosspark umsteigen!"
Leo Slezak (1873 - 1946) war ein populärer Sänger und Schauspieler.
 
Karl Valentin
Während der Inflation nach dem Ersten Weltkrieg fiel die deutsche Mark täglich um Millionen. nach der morgendlichen Bekanntgabe der neuen Kurse sagte ein Freund zu Valentin, ob er schon wisse, dass der Dollar jetzt auf einer Milliarde sechshundert Millionen fünfhundertfünfzigtausend Mark stehe. "Mehr ist er auch nicht wert!" antwortete Valentin.

Am Stachus in München sprach ein Fremder den Schauspieler Karl Valentin an: "Sie, wie weit ist es denn von hier bis zum Hauptbahnhof?" Valentin meinte: "Wenn Sie so weiter gehen wie bisher, sind es noch 40000 Kilometer. Wenn Sie aber umdrehen, bloß fünf Minuten."

Karl Valentin (1882 - 1942) war ein bayrischer Humorist.

 
Richard Wagner
Eines Abends ging Richard Wagner in Sorrent spazieren. Einer der vielen Drehorgelspieler, der ihn erkannte, setzte sofort eine Walze mit dem Brautzug aus "Lohengrin" ein und begann die Orgel so schnell zu drehen, dass die Musik bis zur Unkenntlichkeit verhetzt wurde. Zornig stürmte Wagner auf ihn zu, packte selbst die Drehorgel und drehte sie so langsam und bedächtig, dass der Chor im richtigen Tempo erklang. Dann gab er dem Spieler ein gutes Trinkgeld mit der Weisung, immer in diesem Tempo zu spielen. Am anderen morgen hing an der Drehorgel ein Schild: "Schüler von Richard Wagner".
Richard Wagner (1813 -1883) war ein deutscher Komponist.
 
Hans Pfitzner
Die Scherze, die Hans Pfitzner zu machen pflegte, waren sehr gefürchtet, denn sein Witz war beißend und nicht selten verletzend. Einer seiner Bekannten frotzelte ihn deshalb einmal beim Dämmerschoppen, indem er die Zeitung nahm und mit geheucheltem Erstaunen sagte: "Herr Professor, Sie sind hier? Wie kommt denn diese Meldung in die Zeitung?" - und dann las er vermeintlich vor: "Der bekannte deutsche Komponist Hans Pfitzner ist soeben in Rio de Janeiro eingetroffen, wo er gleich am Tag seiner Ankunft einen Unfall erlitt. Auf einem Spaziergang in der Umgebung der Stadt wurde der bekannte Dirigent von einer Giftschlange gebissen. Wie wir unmittelbar vor Redaktionsschluss erfuhren, ist das befinden der Schlange, den Umständen entsprechend, ernst ..."
Hans Pfitzner (1869 - 1949) war ein deutscher Komponist und Dirigent.
 
James Salisbury
Der englische Arzt James Salisbury stellte ein Mittel gegen Asthma vor. Täglich drei durchgekochte Rindfleischpasteten mit viel heißem Wasser sollte der Kranke essen. Ein Erfolg gegen Asthma wurde zwar nie nachgewiesen, doch bis heute wird die Speise gern als Salisbury-Steak gegessen.
James Henry Salisbury (12.01.1823 – 23.09.1905) war ein amerikanischer Arzt des 19. Jahrhunderts.
 
Aristide Briand
Der französische Staatsmann Aristide Briand wurde nach dem Besuch eines Stierkampfs in Spanien gefragt, wie es ihm gefallen habe. Briand antwortete: „Sehr gut. Aber schicken Sie den Torero fort, geben Sie mir ein Bündel Heu und lassen Sie mich in die Arena. Sie werden sehen, in einer Viertelstunde habe ich mit dem Stier Frieden geschlossen!“
Aristide Briand (1862 - 1932) war ein französischer Politiker.
 
Howie Mandel
Bei einem seiner ersten Jobs war der kanadische Komiker Mandel bei einem Fahrgeschäft in einem Vergnügungspark angestellt. Sein Können schulte er dort auf ganz spezielle Weise.
"Achten Sie darauf, dass der orangerote Sicherheitsgurt über Ihrer rechten Schulter geschlossen ist", warnte er zum Beispiel Mitfahrende.
Auf diesen Hinweis gerieten die Fahrgäste regelmäßig in Panik. Mandel erklärte dies später mal: "Es gab gar keinen orangeroten Sicherheitsgurt!"
Howie Mandel (geb. 1955) ist ein kanadischer Humorist und Fernsehschauspieler.
 
George Foreman
Der frühere Bosweltmeister im Schwergewicht benamte alle seine Kinder auf den Namen George. Im US-Nachrichtensender CBS News nach dem Grund befragt, antwortete er: "Lassen Sie sich doch mal von Muhammad Ali auf den Kopf hauen und versuchen Sie, sich danach an diverse Namen zu erinnern."
George Edward Foreman (10.01.1949) ist ein ehemaliger Schwergewichts-Boxweltmeister und Olympiasieger.
 
Max Merkel
Meistertrainer Max Merkel machte einst ein gewagtes Experiment: „Im Training habe ich mal die Alkoholiker meiner Mannschaft gegen die Antialkoholiker spielen lassen. Die Alkoholiker gewannen 7:1. Da habe ich gesagt: Sauft weiter.“
Max Merkel (* 7. Dezember 1918 in Wien; † 28. November 2006 in Putzbrunn, Oberbayern) war ein österreichischer Fußballspieler und Trainer.
 
Charles King
Charles King war Präsident von Liberia und gewann die Wahl 1927 mit einem passablen Vorsprung von 600.000 Stimmen. Später kam heraus, dass dieser Vorsprung das Vierzigfache aller Wahlberechtigten darstellte.
Charles Dunbar Burgess King (* 12. März 1875 in Monrovia; † 4. September 1961) war ein liberianischer Politiker.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Charles_D._B._King&oldid=54123264
 

Fjodor Dostojewski
Den russischen Schriftsteller Fjdor Dostojewski sprach einmal auf offener Strasse eine Frau an und erzählte von ihren zwei kranken Kindern. Dostojewski gab ihr gedankenlos dreißig Kopeken, woraufhin diese heftig mit ihm sch
impfte. Erst da merkte er, dass es sich um seine eigene Frau handelte.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski (* 11. November 1821 in Moskau; † 9. Februar 1881 in Sankt Petersburg) ist einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller.
 
Ernest Hemingway
Hemingway wurde von einem Schriftsteller kopiert und ärgerte sich sehr darüber. Dann beschloss er, etwas dagegen zu tun und berichtete später zufrieden: "Dem Schuft habe ich das Handwerk gelegt. Ich habe einfach zwei Jahre nichts mehr geschrieben. Da war er pleite."
Ernest Miller Hemingway (* 21. Juli 1899 in Oak Park, Illinois; † 2. Juli 1961 in Ketchum, Idaho) war einer der erfolgreichsten US-amerikanischen Schriftsteller.
 
Marilyn Monroe/Ella Fitzgerald
In den 50er Jahren durfte Ella Fitzgerald aus rassistischen Gründen nicht in Hollywoods berühmtestem Nachtclub „Mocambo“ auftreten. Marilyn Monroe war ein großer Fan von ihr, rief den Nachtclub-Besitzer an und versprach ihm, wenn er Ella verpflichtete, wäre Marilyn jede Nacht da – was dem Club einen gewaltigen Presserummel verschaffen würde. Ella wurde verpflichtet und Marilyn war da, am vordersten Tisch, jede Nacht. Ella sagte dazu: „Danach brauchte ich nie wieder in kleinen Jazzkellern zu spielen. Marilyn war eine ungewöhnliche Frau – ein bisschen ihrer Zeit voraus. Und sie wusste es nicht.“
(Übersetzt nach einem Text von Bill Evans)
Marilyn Monroe (* 1. Juni 1926 in Los Angeles, Kalifornien; † 5. August 1962 ebenda) war eine US-amerikanische Filmschauspielerin und Sängerin. Ella Jane Fitzgerald (* 25. April 1917[1] in Newport News, Virginia; † 15. Juni 1996 in Beverly Hills, Kalifornien) war eine US-amerikanische Jazz-Sängerin.
 
 
  Prominente erinnern sich

Als ich als kleiner Junge gesagt habe, ich werde Komiker, haben alle gelacht. Heute lacht keiner mehr.
Rudi Carrell

"Das einzige Mal, dass ich und meine Frau gleichzeitig einen Orgasmus hatten, war, als wir die Scheidungspapiere unterschrieben."
Woody Allen

"Mein Busen hatte eine fabelhafte Karriere - ich bin immer einfach nur mitgetrottet!"
Pamela Anderson

 

 

 

 

Copyright © 2011 Peter Neese - Alle Rechte vorbehalten.