Streiche

Notorische Streicher
Helmut Qualtinger
Wilfried Bornemann

Hugh Troy

April-Scherze
Spaghetti-Ernte
Luftsprünge
Urlaub auf San Serriffe
Tage gestrichen
Herkunft der Aprilscherze
BMW-Innovationen
Kein Skirennen. Oder doch?
Ade, Eiffelturm!
Radio NORA
Burger für Linkshänder
Dienstwürstchen
Tagesschau ohne Orchester
Stehplätze in Flugzeugen

Punkteerlass
Neue Starbucks App
Persönlichkeitsrechte von Tieren

Ball für Linkshänder
YouTube wird abgeschaltet
Twitter ohne Vokale

Self-Driving-Bicycle
Knappe Hosen

April-Scherze
in Schule und Beruf

Freiwillige und unfreiwillige Komik in der DDR

Wie das Leben so spielt
Anzünden von Zigarren als Brandstiftung
The Hotz
Die Elfen des Sherlock Holmes-Erfinders
Manhattan muss gedreht werden
Die Tasaday
Phantomwörter

Die Wahrheit über Hänsel und Gretel

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Streiche
Was Personen anderen zufügten
(oder ihnen zumindest nachgesagt wird ...)
 

Notorische "Streicher"
 

Helmut Qualtinger

In Wien kursierte das Gerücht, ein berühmter Eskimoschriftsteller käme in die Stadt, um aus seinem weltberühmten Roman "Brennende Iglus" zu lesen. Große Hektik in allen Zeitungsredaktionen, da niemand den Autor und sein Werk kannte und die meisten diese Peinlichkeit natürlich nicht zugeben wollten. Als der angebliche Eskimoschriftsteller auf dem Wiener Hauptbahnhof ankam, waren viele Menschen da, um den berühmten Mann ehrenvoll zu empfangen. Schließlich traten zwei Herren aus dem Zug und hielten eine kurze, herzliche Ansprache, von der man aber kein Wort wirklich verstehen konnte. Auch der anschließende Empfang und eine fingierte Dichterlesung ging perfekt über die Bühne. Die Presse war begeistert und die Zeitungen voll von dem besonderen Ereignis.
Am nächsten Tag ließ Schauspieler Helmut Qualtinger die Sache auffliegen: die beiden Männer waren er selbst und ein mit ihm befreundeter Wiener Apotheker.
 

Wilfried Bornemann

In "Bornemanns Briefmacken" und "Bornemanns lachende Erben" finden sich die Streiche, die Wilfried Bornemann Prominenten und Konzernen gespielt hat. Sein Mittel war der Brief. Er schrieb die Leute mit haarsträubenden Anliegen an und der entstehende Schriftwechsel ist in vielen Fällen schon sehr komisch, teilweise sogar entlarvend und für manche Personen ziemlich blamabel.
Ausführliche Informationen und diverse Beispiele finden sich unter
www.briefmacken.de. Viel Spaß!
 

Hugh Troy

Anfang des 20. Jahrhunderts war der Künstler Hugh Troy in den USA ein berüchtigter Scherzbold und Streichefabrikant. in einem verschneiten Winter Anfang der 20er Jahre, als Troy an der Cornell-Universität in Ithaca im Bundesstaat New York studierte, entdeckte er einen Papierkorb, der aus einem echten Nashornfuß gestaltet war.
Gemeinsam mit einem Freund füllte er den Nashornfuß mit schweren Gewichten und befestigte an beiden Seiten eine lange Leine, damit beim Tragen des Fußes die menschlichen Fußspuren nicht mehr auffallen würden. Dann schlichen sie sich, den Fuß an den Seilen in ihrer Mitte tragend, nachts auf das Universitätsgelände und setzten den Fuß ungefähr jeden Meter kurz im Schnee ab.
Am nächsten Morgen wurden die riesigen Abdrücke im Schnee natürlich entdeckt und flugs bildete sich eine große Traube von Studenten, Professoren und sonstiger gelehrter Köpfe. Man verfolgte die Nashornfährte bis auf einen zugefrorenen See, der mit dem Trinkwasserreservoir der Universität in Verbindung stand. Man kam an ein großes Loch und dort endete die Spur.
Seitdem wurde an der Universität kaum noch Leitungswasser getrunken. Und wer es doch trank, war sich sicher, dass das Wasser nach Nashorn schmeckte ...
 

 
Spaghetti-Ernte
1957 berichtete der BBC, wie Spaghetti geerntet würden. Der ansonsten als sehr seriös angesehene Moderator Richard Dimbleby schilderte einem Millionen-Publikum, wie Spaghetti angeblich wachsen und in der Sonne getrocknet würden ...
Das Video gibt es bei YouTube.
 
Luftsprünge
1976 riet ein bekannter englischer Astronom in der BBC den Zuhörern, genau um 9.47 Uhr hoch zu springen. Aufgrund einer Konstellation, in der Pluto exakt hinter dem Jupiter stünde, würde die Erdanziehung geringer und man könne dann für einige Augenblicke schweben.
Das Experiment wurde von Vielen befolgt und Hunderte von Anrufern meldeten BBC, dass sie wirklich geschwebt hatten. Obwohl es der 1. April war und das Ganze natürlich Unsinn.
 
Urlaub auf San Serriffe
Die britische Zeitung "The Guardian" veröffentlichte 1977 eine mehrseitige Sonderbeilage über den zehnten Geburtstag des (wohlgemerkt erfundenen) Insel-Staates "San Serriffe". Die Reisebüros waren verblüfft, als plötzlich viele Briten dort ausspannen wollten.
 
Tage gestrichen
Der Londoner Radiosender Capital Radio meldete 1979, dass sich aufgrund des jährlich zweimal erfolgenden Wechsels zwischen Sommerzeit und Greenwich-Zeit ein Plus von 48 Stunden ergeben hätte. Diese müssten nun ausgeglichen werden und dazu würde der 5. und der 12. April im Jahreskalender gestrichen. Es kamen viele Anrufe, was mit den Geburts- und Jahrestagen an den wegfallenden Tagen geschehe.
 
Herkunft der Aprilscherze
Die Nachrichtenagentur Associated Press (ap) befragte 1983 Geschichtsprofessor Joseph Boskon von der Universität Boston zum Ursprung der Aprilscherze. Boskin erklärte, alles habe unter dem römischen Herrscher Konstantin begonnen. Ein Hofnarr habe damals dem Kaiser vorgehalten, dass Narren besser regieren könnten. Der wollte prompt den Beweis sehen und übergab sein Reich für einen Tag einem Hofnarren. Der wiederum habe gleich beschlossen, dass an diesem Tag nur das Absurde erlaubt sei.
Diverse andere Medien übernahmen diese Nachricht. Das Problem: Boskin hatte gelogen. Die Uni Boston entschuldigte sich einige Wochen später.
 
BMW-Innovationen
BMW bewarb 1983 in ganzseitigen Anzeigen "das erste offene Auto, das den Regen sogar draußen hält, wenn es steht". Ermöglicht werden sollte dies durch künstlich erzeugte Luftströmungen. Weitere kreative Leistungen gab es in den Folgejahren, z.B. den "BMW, den Sie nie wieder waschen müssen" oder "Warnung: Fahren Sie einen echten BMW?". Und in einem Fernsehspot wurde 1993 ein "Anti-Aufspürsystem für heimliche Liebhaber" präsentiert.
 
Kein Skirennen. Oder doch?
Obwohl nirgends Schnee lag, meldete Radio Basilisk am 1.4.1984 ein Skirennen am Basler Spalenberg. Die Hörer rechneten 1 und 1 zusammen: So ein Schmarrn, dachten viele. Aber der April-Scherz war kein Scherz, denn das Rennen fand tatsächlich statt. Bernhard Russi und Andy Wenzel fuhren genau um 12:40 Uhr einen Parallel-Slalom den Spalenberg hinab. Den Schnee hatten die Organisatoren aus Langenbruck herangekarrt und eine rund 200 Meter lange Strecke gebaut. Nach den Ski-Größen durfte auch das Publikum ran und sich mit Russi und Wenzel messen.
Weitere Nicht-Scherz-Scherze hat Rainer Luginbühl auf seinem
Blog «uferlos» gesammelt.
 
Ade, Eiffelturm!
1986 berichtete die Pariser Zeitung «le Parisien», dass der Eiffelturm abgebaut und im geplanten Euro Disneyland Resort wieder aufgestellt würde. Auf dem alten Platz in der Stadt solle ein großes Stadion für die Olympischen Spiele 1992 entstehen.
 
Radio NORA
"Radio NORA wird Radio ABBA!" Der Schleswig-Holsteinische Oldie-Sender Radio NORA verkündete in den 90er Jahren stolz die Namensänderung, die mit entsprechendem Programm einher ging. Ab sofort sei man der einzige Sender weltweit, der nur ABBA-Songs spielen würde. Es folgten Einspieler der ABBA-Mitglieder, die sich für die Ehre bedankten, und von Prominenten, die sich entsprechend begeistert äußerten. Und den ganzen Tag wurde nur Musik von ABBA gespielt. Bis irgendwann der Sprecher auf das Datum hinwies: man schrieb den 1. April.
Ich weiß nicht, ob Radio NORA der erste Sender war, der den Gag nutzte. Auf jeden Fall gab es in den letzten Jahren mehrere Sender, die die Idee auch verwendeten.
2007 brachte die LandesWelle Thüringen den ABBA-Scherz und bietet bis heute die "schönsten Momente von ABBA Radio" zum Hörgenuss an.
 
Burger für Linkshänder
„Burger-King“ kündigte zum 1. April 1998 einen Burger für Linkshänder mit seitenverkehrter Belegung an. Mit dem darauf folgenden Ansturm hungriger Linkshänder hatte die Fast-Food-Kette wohl nicht gerechnet.
 
Dienstwürstchen
Die Deutsche Post meldete 1998, dass 100.000 Briefträger mit "Dienstwürstchen" ausgerüstet würden, um bissige Hunde abzuwehren.
 
Tagesschau ohne Orchester
2007 wurde in der "Tagesschau" verkündet, dass die Erkennungsmelodie der Sendung künftig nicht mehr live vom im Studio anwesenden Symphonieorchester, sondern vom Band eingespielt würde.
 
Stehplätze in Flugzeugen
Am 1. April 2008 bot die Fluglinie Virgin Blue in Anzeigen und Radiospots Stehplätze in Flugzeugen zu sehr günstigen Konditionen an - Wadenmassagen inklusive. Das Unternehmen war wohl etwas überrascht, dass mehrere hundert Leute das Angebot wahrnehmen wollten.
 
 Punkteerlass
Aus Anlass seines 60-jährigen Bestehens erlasse das Kraftfahrtbundesamt deutschen Autofahrern insgesamt 60 000 Punkte, wurde in diversen Medien 2011 gemeldet. Per Verlosung könne jeder registrierte Verkehrssünder einen Punkt „Rabatt“ bekommen. Dazu wurde eine spezielle Internetseite gezimmert, hinter der ein Zusammenschluss von 78 Radiosendern steckte.
 
Neue Starbucks App
Starbucks präsentierte 2011
sein “Mobile pour app” und schilderte den schlichten Bestellvorgang sehr überzeugend: “We've even made ordering easy with our Mobile Pour app for your smartphone. Simply download it, allow it to pinpoint your location, select your coffee order and keep walking. Your fresh, hot Starbucks brew will be in your hands before you can say abra-arabica.”
 
Persönlichkeitsrechte von Tieren
Ebenfalls 2011 meldete die Rhein-Zeitung eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes, dass auch Tieren ein Grundrecht auf Privatsphäre im Netz zusteht. Die Folge: Millionen von Aufnahmen von Hunden, Katzen, Vögeln und anderen Tieren müssten umgehend gelöscht werden.
Natürlich wird auch die Reaktion von Facebook erwähnt: Dort plant man bereits "eine Ausweichmöglichkeit für alle Haustierfreunde: Ein eigenes Profil für ihre Lieblinge würde die neue Regelung des europäischen Gerichtshofes umgehen und den Nutzern weiterhin die Möglichkeit offen lassen, lustige Fotos und Videos von ihren Tieren ins Netz zu stellen."
 
Ball für Linkshänder
2013 meldete das Volleyball-Portal Beach-Volleyball.de die Einführung eines „Beach-Volleyballs für Linkshänder“. Das Besondere: „Die Wicklung der synthetischen Fasern ist beim Rechtshänderball „linksherum“ (entgegen dem Uhrzeigersinn) , was den Spin nach links maßgeblich unterstützt. Anders für den Linkshänder beim Drive von links nach rechts.“ Aus Kreisen der Beach-Kommission sei zu hören, dass  aufgrund der jüngsten Erkenntnisse spätestens ab 2014 der Aufschlagspieler zwischen dem Rechts- und Linkshänderball wählen kann.“
Genüsslich kommentierte Beach-Volleyball.de bei Auflösung des Scherzes am 1. April: „Die Reaktionen waren sowohl gewaltig als auch unterhaltsam. Besonders amüsiert haben wir uns über den Vorwurf, dass diese Ankündigung eine Verkaufsförderungsmaßnahme für unseren Shop sei.“
 
YouTube wird abgeschaltet
Die Plattform YouTube soll in der Nacht des 1. April 2013 abgeschaltet werden, teilte Besitzer Google mit. Die Begründer des Video-Portals erklärten, es sei vor acht Jahren nur darum gegangen, das beste Video der Welt zu ermitteln. Nun hätte man genug Material zur Sichtung durch eine Jury und würde den Gewinner des Wettbewerbs im Jahr 2023 bekanntgeben können.
 
Twitter ohne Vokale
Twitter kündigte einen neuen Service an: Twttr hat alle Funktionen, die auch Twitter bietet - allerdings gibt es keine Vokale mehr. Wer weiterhin Vokale im Text haben wolle, müsse 5 Dollar pro Monat zahlen und könne dann Twitter benutzen. "Weil unsere Nutzer an erster Stelle stehen, bleibt das 'Y' für immer kostenlos", verkündet Twitter.
 
Self-Driving-Bicycle
"Google" hat 2016 mit einer kuriosen Meldung für Aufsehen gesorgt. Der Weltkonzern hat das sogenannte Self-Driving-Bicycle vorgestellt. Fast 900 Kilometer solle jeder Niederländer pro Jahr auf dem Fahrrad zurücklegen. Auf die ganze Nation gerechnet würden sich damit insgesamt 15 Milliarden Kilometer ergeben. Aus diesem Grund würde der autonom-fahrende Drahtesel zunächst in der Fahrrad-Hauptstadt Amsterdam eingesetzt – coole Idee.
 
Knappe Hosen
Mein persönlicher Favorit am gestrigen 1. April 2016 war die Fakemeldung auf der Facebook-Fanpage von Team Hamburg bzgl. einer
FIVB-Regeländerung im Herren-Beachvolleyball. Dort präsentierten Böckermann/Flüggen die angebliche Regeländerung in einem Video.  Es ging um neue knappe Hosen, die nun offiziell bei den großen Beachvolleyballturnieren getragen wurden. Witziger geht kaum ein Aprilscherz und aus diesem Grund bisher mein absoluter Favorit vom gestrigen Tag. Deshalb wunderte es mich auch nicht, dass das Video über 122 mal geteilt wurde und sogar unsere Beachvolleyball Europameisterinnen Laura Ludwig / Kira Walkenhorst meinten: „Glaub wir können uns jetzt gar nicht mehr auf unsere Spiele konzentrieren!!!“
 

April-Scherze in Schule und Beruf
(früher sehr gebräuchlich – und heute?)

  • Zum Hausmeister, um den Schlüssel für den Verfügungsraum zu holen
  • Jemanden um ein Päckchen " Ibidumm" in die Apotheke schicken
  • Und falls sie Ibidum nicht haben bitte nach "Haumiblau" fragen...
  • Oder jemanden eine Tube binidumm holen lassen
  • den Hanghobel holen lassen
  • oder einen Meter Strom
  • Den Siemens-Lufthaken
  • Der Optikermeister schickte den Azubi um zwei Meter optische Achse zu holen
  • Oder die Gewichte für die Wasserwaage
  • Oder den Jumpertrenner
  • Stets begehrt sind auch die Kümmelspaltmaschinen
  • Die Wasserstrahl-Biegezange
  • Und man könnte noch einen Eimer Druckluft und einige Lufthaken gebrauchen.
  • Lufthaken gab es NUR von Siemens
  • Ein Augenmaß kann man auch immer brauchen
  • Oder man sollte mal die Feierabend-Schablone holen... natürlich aus der Buchhaltung.
  • Kannst du mal kurz eine Tüte Vakuum kaufen?
  • Jemanden ins *Bauhaus* schicken, um einen Meter Eustachische Röhre zu holen
  • Oder ins Lager und eine Tüte Zündfunken holen
  • Der Mathelehrer schickt einen Schüler in eine andere Klasse, um dort die Raumdiagonale zu holen...
  • Geh mal los und kaufe ein WLAN-Kabel
  • Lass dir im Lager mal neue Frequenz-Siebe geben
  • Hol mal neues Klangfett für unseren Amboss!

Beim Auto gibt es schöne Jobs:

  • die Birne der Vergaser-Innenbeleuchtung auswechseln
  • und den Getriebesand auch gleich wechseln
  • und den Blinklicht-Ölstand kontrollieren
  • Blinkerflüssigkeit nachfüllen
  • einen Sack Rasterpunkte zu holen
  • Glühlampen für die Kurbelwellenbeleuchtung
  • Die Beleuchtung bleibt, sonst sieht doch keiner die Kolbenrückzugsfeder
     
 

Freiwillige und unfreiwillige Komik in der DDR
(nicht verifizierbar; aber komisch genug, auch falls sie nicht wahr sein sollten)
 

Heraus zum 1. Mai!
(gesehen an einer Friedhofsmauer)
 
35 Jahre DDR - 35 Jahre Zirkus
(Plakat am Winterquartier des DDR-Staatszirkus in Berlin-Hoppegarten anlässlich des 35. Jahrestages der DDR)
 
Heraus zu neuen Taten!
(DDR-Parole, an einer Gefängnismauer in Bautzen)
 
"Jeder Spinner ein Freund der Sowjetunion"
(Der Rohstoff einer Baumwollspinnerei in Leinefelde wurde aus der UdSSR eingeführt.)
 
"Straße des Sozialismus"
(Besagte Straße in Erfurt war eine Sackgasse.)
 
 
 
Anzünden von Zigarren als Brandstiftung

In Charlotte, NC, kaufte ein Rechtsanwalt eine Kiste mit sehr seltenen und sehr teuren Zigarren und versicherte diese dann, unter anderem, gegen Feuerschaden. Über die nächsten Monate rauchte er die Zigarren vollständig auf und forderte die Versicherung auf (die erste Prämie war noch nicht mal bezahlt), den Schaden zu ersetzen. In einem Anspruchschreiben führte der Anwalt aus, dass die Zigarren "durch eine Serie kleiner Feuerschäden" vernichtet wurden. Die Versicherung weigerte sich zu bezahlen mit der einleuchtenden Argumentation, dass die Zigarren bestimmungsgemäß verbraucht wurden. Der Rechtsanwalt klagte ...... und gewann!
Das Gericht stimmte mit der Versicherung überein, dass der Anspruch unverschämt sei, doch ergab sich aus der Versicherungspolice, dass die Zigarren gegen jede Art von Feuer versichert seien und Haftausschlüsse nicht bestünden. Folglich müsse die Versicherung bezahlen, was sie selbst vereinbart und unterschrieben habe. Statt ein langes und teures Berufungsverfahren anzustreben akzeptierte die Versicherung das Urteil und bezahlte 15.000$ an den Rechtsanwalt.
Nachdem der Anwalt den Scheck der Versicherung eingelöst hatte, wurde er auf deren Antrag wegen 24 Fällen von Brandstiftung verhaftet. Unter Hinweis auf seine zivilrechtliche Klage und seinen Angaben vor Gericht wurde er wegen vorsätzlicher Inbrandsetzung seines versicherten Eigentums zu 24 Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung und 24.000 $ Geldstrafe verurteilt.
 

The Hotz

Das Komiker-Duo Badesalz kam auf die Idee, ein komplettes Album mit englisch-sprachigen Titeln zu erstellen. Sie wussten natürlich, dass dies unter dem Namen "Badesalz" nicht funktionieren würde.
Somit übernahmen sie den Bandnamen The Hotz, den sie aus einem Sketch schon zur Verfügung hatten und erfanden dazu die Geschichte der deutschen Brüder Joe und Gordon Sligo, deren Musik in den 70er Jahren sehr beliebt war. Als sie jedoch in Leeds ein Konzert gegeben hätten, habe der als Bühnendekoration gedachte Union Jack Feuer gefangen. Die Konzertbesucher glaubten, dies gehöre zur Show und es kam zu einer Schlägerei. Die Brüder verloren sich aus den Augen, fanden sich erst nach 25 Jahren zufällig wieder und wollten nun 2002 eine Reunion feiern.
Die Medien glaubten die Geschichte und veröffentlichten teilweise unglaubliche Berichte. So behauptete ein Reporter, selbst Zeuge des umstrittenen Konzerts gewesen zu sein.
Dank der Unterstützung durch den Hessischen Rundfunk und Koryphäen wie Fritz Rau, Inga und Anette Humpe oder Michael Mittermeier wurde die Sache schnell bekannt.
Die Badesalz-Story dazu findet sich hier.
Und hier kann die CD von "The Hotz" bei Amazon bestellt werden.

 

Die Elfen des Sherlock Holmes-Erfinders

1917 präsentierten die 16-jährige Elsie Wright und ihre zehnjänrige Cousine Frances Griffiths Fotos, auf denen die Mädchen umringt von tanzenden und flötenden Elfen an einem Bach nahe des englischen Doirfes Cottingley abgelichtet waren. Experten prüften die Bilder auf Retuschen und sonstige Manipulationen und erklärten die Aufnahmen für echt.
Auch Sir Arthur Conan Doyle, Erfinder des berühmten Sherlock Holmes und überzeugter Okkultist, berichtete in einem Aufsatz über die Aufsehen erregenden Bilder und sorgte für viel Wirbel in der englischen Zeitungslandschaft.
In der Tat waren die Fotographien echt. Als alte Damen schilderten Elsie und Francis Anfang der 80er Jahre, wie die Elfen entstanden sind: als Papierfiguren, die mit Hutnadeln befestigt wurden.
 

Manhattan muss gedreht werden

Ein pensionierter Zimmermann namens Lozier verkündete im Jahre 1824, man habe die Insel Manhattan am unteren Ende  zu stark bebaut und sie drohe zu sinken. Um die Katastrophe zu verhindern, müsse man die Insel durchsägen und nachdem man sie in den New Yorker Hafen geschleppt und gedreht habe, wieder mit dem anderen Ende befestigen.
Anscheinend kamen nur den wenigsten Menschen Zweifel angesichts dieses abenteuerlichen Plans. Zahllose Arbeiter wurden eingestellt, Gerätschaften zum Teilen und Wenden der Insel hergestellt und große Mengen an Material und Proviant herbei geschafft.
Nach monatelangen Vorbereitungen kam der große Tag, nur Lozier fehlte. Trotz intensiver (und meist recht zorniger) Suche wurde er auch nie wieder gesehen ...
 

Die Tasaday

1971 meldete die philippinische Behörde für nationale Minderheiten, dass im Regenwald ein Stamm von Steinzeitmenschen entdeckt worden sei, der noch nie Kontakt mit der modernen Zivilisation gehabt habe. Man nannte sie Tasaday.
Die Tasaday lebten in Höhlen, kannten keine Zeitmessung und hatten weder Waffen noch überhaupt ein Wort für Krieg. Sie trugen Lendenschurze aus Pflanzenfasern und ernährten sich von Früchten, Gemüse sowie Larven und kleinem Getier.
Der Jubel bei Wissenschaftlern und natürlich in den Medien war riesengroß. National Geographic veröffentlichte eine Titelgeschichte, der amerikanische Fernsehsender NBC bot 50.000 Dollar für die Genehmigung, einen Dokumentarfilm zu drehen. Man begann, Beobachter im Regenwald per Hubschrauber an- und abzutransportieren. Das Gebiet der Tasaday wurde vom philippinischen Präsidenten Marcos zum staatlichen Schutzgebiet erklärt.
Erst 15 Jahre später wurde das Gebiet der Tasaday von einem Schweizer Journalisten wieder aufgesucht. Er traf die vermeintlichen Höhlenbewohner in T-Shirts und Shorts an, sie lebten in Hütten. Auf Nachfrage erklärten sie ihm, die Behörde habe sie angewiesen, sich als Höhlenmenschen auszugeben. Heute wird das Ganze fast von allen Anthropologen nur als Trick gesehen, Geld in die müden Staatskassen zu hebeln ...
 

Phantomwörter

Der Präsident der amerikanischen National Puzzler's League, Everett Smith, erfand 1935 das wohl längste englischsprachige Wort: Pneumonoultramicroscopicsilicovolcanoconiosis, was eine Lungenkrankheit bezeichnen sollte. Das Wort war Medizinern zwar völlig unbekannt, doch wurde es von der Herald Tribune nachgedruckt. Mit ein bisschen Geschick schaffte es Smith, dass das Wort schon 1936 in "Webster's Dictionary of English Language" aufgenommen wurde, wo es über Jahrzehnte blieb.
Mehr eine Ehrung für den Humoristen ist die Aufnahme der Steinlaus (Petrophaga Lorioti) in den Pschyrembel, das medizinische Standardwerk des deutschsprachigen Raums. Zwischenzeitlich wurde der Begriff mal entfernt, dann jedoch wieder aufgenommen.
Von Karl Valentin ist bekannt, dass er sich auch als Sprachforscher bezeichnete und sich mit der Illobrasekollidation befasste ...
 

Die Wahrheit über Hänsel und Gretel

Hans Traxler berichtet über die Forschungen von Georg Ossegg. Dieser war bei seiner Beschäftigung mit Grimms Märchen auf Unstimmigkeiten gestoßen. Zum Beispiel soll der Vater der Kinder, obwohl von Beruf Holzhacker, Feuer im Wald gemacht haben. So etwas tun Holzhacker nie. Oder: Die Hexe soll gerufen haben "Knusper, knuper kneischen", das aber ist thüringischer Dialekt, wie passt das zur angeblichen Herkunft des Märchens aus dem Spessart?
Ossegg dachte sich, was für Homer recht war, sollte auch für die Brüder billig sein, und suchte anhand von Hinweisen im Märchen und frühen Illustrationen nach dem tatsächlichen Ort des Geschehens. Und er wurde fündig. Auf dem Engelesberg bei Aschaffenburg gelang es ihm, die Überreste des so genannten Hexenhauses auszugraben. Unter ihnen fanden sich auch das Skelett einer Frau sowie Lebkuchenreste. Und jetzt wurde die Sache sensationell: Denn sie war nicht durch Verbrennen gestorben, sondern erwürgt worden.

Hans Traxlers Buch gelangte 1963 auf die Titelseiten diverser Illustrierten, man sah den Helden des Buches als zweiten Schliemann, der Troja entdeckte, weil er Homers Texte wörtlich nahm. Verblüffte Mienen einige Wochen später, als Traxler erneut in die Redaktionen ging und erklärte, dass er alles nur erfunden habe ... Nach wie vor eines meiner Lieblingsbücher!
 

 
 
 

 

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