Wissen spezial

Franz Josef Gall

Eisenbahn, Spaceshuttle und Pferdehintern

Dümmste Sicherheits-Maßnahmen der Welt

Überraschender Nachwuchs

Warum passen auf eine CD 74 Minuten?

Der Syrtaki ist ein Kunstprodukt

Der Freitag

Wie der Teebeutel entstand

Wenig los im
Oktober 1582

Waren die olympischen Läufer der Antike
wirklich nackt?

Wie hoch könnte Mann springen?

Was kostet eine Frau?

Bielefeld gibt es nicht!

Der Newman Motor-Generator

Goethes Farbenlehre

Latrinen mit Kultur

Erschaffung der Erde

Amt Blank

Englisch im Deutschen?

Wenn die Welt ein Dorf wäre

Erhellte Nacht

Garantiert kaputt

Was ist denn jetzt
der Nachname?

Der Mann der
100.000 Wörter

Lebensleistungs-Wahrscheinlichkeiten

Alaaf und Helau

Kidnapping von Chaplins Leiche

Sprachpanscher des Jahres 1997

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Franz Josef Gall

Wie ungerecht es in der Welt zugeht: so manche Frage der Weltgeschichte wurde vielleicht schon schlüssig beantwortet.; doch fand die Lösung keine Beachtung. So will ich heute das Lebenswerk des Franz Josef Gall in Erinnerung rufen.

Gall wurde 1758 in Tiefenbronn bei Pforzheim geboren. 1785 promovierte er in Wien zum Doktor der Medizin und gründete eine Arztpraxis. Seit seiner Schulzeit beschäftigte ihn insbesondere die Wechselbeziehung zwischen Begabung und Charakter sowie Schädelform.

Im Laufe der Jahre und eingehender Forschungen festigte sich in ihm die Überzeugung, dass die Seelenfunktionen in verschiedenen Abschnitten der Großhirnrinde  zu finden sind. Eine ausgeprägte Charaktereigenschaft würde auch den jeweiligen Gehirnabschnitt prägen, diese Prägung sich fortsetzen, indem sich die Schädelform der Oberfläche des Gehirns anpasse.

Gall entwickelte folgende als Phrenologie bezeichnete Schädellehre: Die Gehirnrinde ist in 27 verschiedene Felder aufgeteilt, in denen die geistigen Fähigkeiten liegen. zu diesen gehören Fortpflanzungssinn, Mordsinn, Kindesliebe, Einsammlungssinn (Sind Diebe unter uns? Fühlt mal euren Schädel ab!), Höhensinn, Dichtersinn, Ortssinn und so weiter. Durch die individuelle Schädelform soll man Rückschlüsse auf den Charakter ziehen.

Ab 1795 begann die Phrenologie ihren Siegeszug durch Europa. Sie faszinierte viele. Auch auf Gesellschaften war die Phrenologie ein beliebter Zeitvertreib.

Galls Schädelsammlung war beeindruckend. Neben Regalen charakterlich ähnlicher Kategorien wie "Dichter, Dramatiker, Denker", "Philosophen, Staatsmänner, Historiker" und "Rechtsanwälte, Diebe, Mörder" (!) stechen Kostbarkeiten wie die Schädel von Methusalem sowie von Adam und Eva hervor.

Doch bald schon begann man, Galls Lehre tot zu schweigen. Den Machthabern dieser Welt schien sie vielleicht zu gefährlich und verräterisch, wer weiß. Inkognito wurde Gall z.B. einmal vom englischen Ministerpräsidenten und vom König von Schweden besucht. Nach Abtastung der Schädel diagnostizierte er beim Ministerpräsidenten "Verbrechen jeder Art" und beim König schlicht "Verrückt".

Franz Josef Gall starb am 22.8.1828 bei Paris. Seine Lehre wartet bis heute auf den ihr gebührenden Platz in der Ruhmeshalle der Wisssenschaften.
 

Eisenbahn, Spaceshuttle und Pferdehintern
Was hat ein Pferdehintern mit der Spaceshuttle zu tun?

Die Spurbreite von Eisenbahnen in den USA und in Kanada (der Abstand zwischen den Gleisen) ist ebenso wie hierzulande 4 Fuss 8,5 Zoll.

Diese außerordentlich krumme Zahl wurde verwendet, weil die ersten Eisenbahnen in England so gebaut wurden. Die Engländer bauten sie so, weil die Spurbreite der Straßenbahnen so waren. Und die entsprachen dem Radabstand von normalen Wagen, da aufgrund der tief eingefahrenen Rillen in exakt diesem Abstand die Räder der Wagen sonst zu Bruch gegangen wären.

Die ersten Fernstraßen in England waren für die römischen Legionen gebaut worden und sind immer noch in Gebrauch. Die Furchen, auf die jedermann Rücksicht nehmen musste, stammten von römischen Streitwagen, die überall im römischen Reiche in punkto Radabstand von der Bürokratie so genormt waren. Und der römische Streitwagen ist so breit gemacht worden, damit er Platz bot für zwei Hintern von Armee-Pferden.

An den Seiten des Spaceshuttle bemerkt man zwei Hilfsraketen. Das sind Feststoffraketen, genannt SRB. Die Ingenieure hätten sich die SRB eigentlich etwas dicker gewünscht. Aber die SRB mussten per Eisenbahn durch einen Tunnel transportiert werden, der ein wenig breiter ist als die Schienen, die etwa den Abstand von zwei Pferdehintern nebeneinander haben.

So kommt es, dass ein wichtiges Feature eines der modernsten Transportsysteme der Welt vor zweitausend Jahren festgelegt wurde: mit Hilfe der Breite eines Pferdehinterns.

aus: www.bahnfahren.istcool.de
 

Weltweit dümmste Sicherheitsmaßnahmen geehrt

Am John-F.-Kennedy-Flughafen ist eine stillende Mutter zum unmittelbaren und kompletten verzehr von nicht weniger als drei Flaschen ihrer eigenen Muttermilch genötigt worden - im Dienste der Homeland Security, versteht sich. Diese und vier weitere "Sicherheitsmaßnahmen" sind nun mit den "Stupid Security Awards" ausgezeichnet worden. Eine internationale Jury unter der Obhut von Privacy International hat unter rund 5.000 Einsendungen die Preisträger ausgewählt.

Den "Most Egregiously Stupid Award" konnte die australische Bundesregierung einsacken und schlug damit den Moskauer Bürgermeister Juri Luschkov, der eine von Stalin eingeführte Meldepflicht als "Anti-Terrormaßnahme" wiederbelebt hat.

Down Under dagegen wurde eine Hotline eingerichtet, der "alles Verdächtige" zu melden ist. Damit niemand die tapfere Aktion vergisst, wurde jeder Aussie mit einem entsprechenden Kühlschrankmagneten bedacht. Leider hat bislang niemand erklärt, was als verdächtig einzustufen und folglich zu melden wäre.

Den "Most Inexplicably Stupid Award" hätte fast der Londoner Heathrow-Airport gewonnen, der die Verpackung von grünem Tee konfiszierte, weil darauf das Wort "Gunpowder" zu lesen stand. Die rigidere Vorgehensweise des Flughafens in Philadelphia sicherte aber diesem den Preis: Als bei einem saudischen Studenten Parfum gefunden und etwas davon versprüht worden war, wurden FBI, Polizei und Feuerwehr alarmiert, das Sicherheitspersonal ins Hospital verbracht (wo die Notaufnahme für drei Stunden unter Quarantäne gestellt wurde) sowie zwei Geschäfte gesperrt. Nachdem im Labor das Parfum als solches identifiziert worden war, wurde der Araber wieder frei gelassen.

In Kalifornien wurde herausgefunden, dass Terroristen Toiletten benutzen - nun sind sicherheitshalber alle WCs der Bay-Area-Rapid-Transport-Stationen gesperrt. Der "Most Annoyingly Stupid Award" ging dennoch knapp an T-Mobile UK. Aus Sicherheitsgründen darf selbst eine registrierte Prepaid-Karte nur einmal mittels Kreditkarte aufgeladen werden. Danach müssen zwei Kreditkarten-Rechnungen zusammen mit allen Handy-Vertragsdetails per Post eingeschickt werden. Womöglich würden sonst argwillige Terroristen statt Sprengstoff fremde Handy-Telefonate finanzieren.

Ein sicherer Hafen für den "Most Stupidly Counter Productive Award" ist indes San Francisco. Das general Hospital der Stadt machte vor dem Flughafen, der zwar volle Einweg-, nicht aber leere, wieder befüllbare Feuerzeuge an Bord gehen lässt, das Rennen. Das Krankenhaus hat am Haupteingang bewaffnete Wächter postiert, die monatelang Kranken und Verletzten ohne Lichtbildausweis den Zutritt verwehrten. Die Ausweiskontrolle wurde wieder abgeschafft, die Seiteneingänge des Spitals sind nach wie vor vollkommen unbewacht.

Nachdem der "Most Flagrantly Intrusive Award" für die eingangs erwähnten Vorkehrungen gegen Muttermilch vergeben wurde, blieb für The New Yorker Hotel in der gleichnamigen Stadt nur mehr eine "unehrenhafte Erwähnung". Der betrieb nervte seine Gäste mit einer Serie sinnloser "Sicherheitsmaßnahmen" und verweigerte sogar das Ausleihen einer Schere. Im Gegensatz zu Max Frischs Burleske sind die beschriebenen Ereignisse in den ausgezeichneten Einrichtungen aber tatsächlich vorgefallen. Was die durch ihre eigene Muttermilch gestärkte Frau wohl beim JFK Electronic Customer Satisfaction Survey angegeben hat?

aus c't 2004 (Daniel A.J. Sokolov)
 

Überraschender Nachwuchs

Das war ein dufter Abend. Jürgen B., der hellblonde, blauäugige Provinz-Don-Juan aus der südwestdeutschen Garnisonsstadt, hatte es gegen 19 Uhr mit Leonie getrieben; »kostenlos, weil er so nett ist, wie sie später gestand.

Sie war die einzige Edelnutte am Ort und hatte regen Zulauf, vor allem aus zahlungskräftigen Offizierskreisen der US-Army. Durch das Erlebnis mit Leonie stimuliert, verspürte der kesse Jürgen wenig später beim Anblick seiner semmelblonden Frau Nadja erneut Gelüste. Die Gastwirtstochter, nicht von schlechten Eltern, ließ sich nicht lange an ihre ehelichen Pflichten erinnern. Man soll den Gatten nehmen, wenn er kommt, war ihre Devise. Alles klappte vorzüglich. »Gegen elf«, so entsannen sich beide später, »haben wir in der Bar eines Freundes noch Sekt getrunken, so gut waren wir drauf.« Der sektfrohe Abend hatte Folgen. Nachwuchs kündigte sich an. Jürgen lebte sich schon bald aufs vorteilhafteste in die Rolle des werdenden Vaters ein. Die Lokalrunde in der Stammkneipe war vorbestellt.

Die Erwartungen in Richtung Stammhalter steigerten sich von Stunde zu Stunde, als die Niederkunft endlich bevorstand. Nadja entband ein kräftiges, sieben Pfund schweres Baby.

Es war dunkelhäutig; der Vater mußte unleugbar ein Schwarzer gewesen sein. Skandal im ganzen Städtchen! Aufgelöst in Strömen von Tränen wehrte sich Nadja jedoch standhaft gegen das Augenscheinliche: »Ich hab' mit keinem Schwarzen verkehrt!« beteuerte sie immer und immer wieder.

Nach langem Hin und Her und umständlicher Prozedur wurde schließlich der schwarze Offizier Fitzgerald J. als Erzeuger ermittelt; u. a. wies das pumperlgesunde und heitere Baby seine Blutgruppe auf. Fitzgerald so der Sachverhalt hatte Leonie an besagtem Abend unmittelbar vor Jürgen einen Besuch abgestattet, und die Dame hatte beide Herren ohne besondere Vorkehrungen empfangen.

Jürgen trug daraufhin, wie das sonst Bienen bei Blüten praktizieren, Fitzgeralds Samen weiter und bestäubte Nadja sozusagen mit des Offiziers Erbgut. Ein wundersamer Sieg der Natur, der im Städtchen allerdings eher als Niederlage gewertet wurde.

aus: "Das große Buch der Niederlagen", Hrsg. Uwe Gruhle, 1983, Eichborn Verlag)

Warum passen auf eine CD 74 Minuten?

Als die ersten CDs auf den Markt kamen, meinte der Dirigent Herbert von Karajan gegenüber der Frau des Chefs von Sony, dass das neue Speichermedium nichts wert sei, wenn nicht Beethovens 9. Symphonie darauf passe. Die Frau berichtete dies ihrem Mann, der verlangte, dass die maximale Länge der neuen CD entsprechend vergrößert werde. Darum haben CDs bis heute eine Spielzeit von 74 Minuten.
 

Der Syrtaki ist ein Kunstprodukt

Der Syrtaki ist kein traditioneller griechischer Tanz. Der Name wurde von einer Werbeagentur erfunden, die nach einem Namen für den Tanz am Ende des Films "Alexis Sorbas" (1964) mit Anthony Quinn in der Hauptrolle gesucht hatte. Die Musik zu diesem Tanz basiert zwar auf Elementen alter Volkstänze, ist aber eine auf den mutmaßlichen (und offensichtlich auch tatsächlichen) Geschmack des internationalen Publikums zugeschnittene Version.
 

Der Freitag

Der Freitag ist der Tag der germanischen Liebesgöttin Freia. Im christlichen Jahresverlauf ist der Karfreitag, der Kreuzigungstag Jesu Christi, der höchste Feiertag, an dem man kein Fleisch essen, nicht tanzen, nicht lärmen soll und an dem zur Sterbestunde des Herrn Regenwolken aufziehen. Seitdem gilt der Freitag als Unglückstag.
In einem Monat, an dem der Neumond auf einen Freitag fällt, und in einem Jahr, das mit einem Freitag beginnt, geschieht Unheil. Am Freitag darf man nichts Wichtiges anfangen, denn: Was am Freitag wird begonnen, hat nie ein gutes Ende genommen.
Der Heidin Freia zu Ehren nennt man den Freitag gelegentlich auch einen Glückstag, an dem man heiraten soll. Hat man freitags Namenstag, wird alles Unglück bis zum nächsten Namenstag an einem Freitag ferngehalten, aber: Wer am Freitag geboren wird, ist ein Unglückskind; am Freitag soll man nicht taufen, Kinder nicht baden, sie nicht kämmen, nicht abstillen; einer Frau im Wochenbett darf man an diesem Tag nichts schenken. Wenn am Freitag jemand stirbt, stirbt binnen acht Tagen wieder jemand.
Der Bauer wird am Freitag nicht mit Vieh handeln, es nicht kaufen oder verkaufen und kein neues Tier in den Stall bringen. Auch wird er sein Feld nicht düngen und kein Obst ernten.
Der Freitag ist eigenwillig in der Witterung und wird immer anderes Wetter haben als alle anderen Tage der Woche: 'Die ganze Woche wunderlich, der Freitag ganz absunderlich.'. Auch steht der Tag in enger Beziehung zum Sonntag. Wer am Freitag lacht, weint am Sonntag. Wer am Freitag lacht, wird am Sonntag traurig sein. Dagegen erlebt derjenige, den am Freitag das rechte Auge juckt, am Sonntag etwas Schönes. Juckt ihn das linke Auge, muß er sonntags weinen.
Da der Freitag ein Unglückstag ist, soll man an ihm keinen Bau beginnen, nicht umziehen, keine neue Stellung antreten, nicht verreisen, keine Wäsche waschen und kein Brot backen und nicht fotografieren. Wenn sich in der Freitagnacht zwei Katzen streiten, glaubt man in manchen Gegenden, ein Zank stehe ins Haus.
 

Wie der Teebeutel entstand

Der New Yorker Tee-Importeur Thomas Sullivan kam 1904 auf die Idee, seine Teeproben statt in kleinen Blechdosen in schicken Seidensäckchen zu versenden. Seine Kunden allerdings wussten das neue Outfit nicht richtig zu schätzen und reagierten anders als erwartet. Sie legten die Beutel in die Teekanne und übergossen sie mit kochendem Wasser. So wurde der Teebeutel erfunden.
 

Wenig los im Oktober 1582

Am 4. Oktober 1582 wurde die Zeitrechnung vom julianischen auf den gregorianischen Kalender umgestellt. Das bedeutete in der Praxis, dass auf den 4. Oktober unmittelbar der 15. des Monats folgte. Ungenauigkeiten im julianischen Kalender hatten einen Rückstand bewirkt, der im 16. Jahrhundert auf 10 Tage angelaufen war. Dies wurde mit der gregorianischen Kalenderreform ausgeglichen.
 

Waren die olympischen Läufer der Antike wirklich nackt?

Bei den 15. Olympischen Spielen im Jahre 720 v. Chr. verlor der Läufer Orsippos von Megaron während eines Wettlaufs seinen Lendenschurz - und er gewann den Lauf!
Da sein Sieg allgemein auf den Verlust seiner Kleidung zurück geführt wurde. traten in der Folge alle nur noch nackt zu den Laufwettbewerben an.
 

Wie hoch könnte Mann springen?

Wie hoch könnte ein Mann von 50 kg Gewicht, der auf der Erde exakt einen Meter hoch springen kann, auf dem Mond oder auf den Planeten unseres Sonnensystems springen?

Himmelskörper Gewicht
(kg)
Sprunghöhe
(m)
Erde 50 1,00
Jupiter 130 0,40
Saturn 60 0,80
Utranus 50 1,00
Neptun 50 1,00
Venus 45 1,10
Mars 20 2,30
Merkur 15 3,10
Mond 8,5 5,70
     
Was kostet eine Frau?

5 Rinder wurden, wie Homer berichtet, im alten Griechenland für ein junges Mädchen geboten.
13 Taler kosteten die 1750 von England für die seinerzeit angeworbenen Soldaten angeheuerten Marketenderinnen.
90 Rinder "Lobota" (Brautpreis) musst ein junger Swazineger für seine Braut, eine Königstochter, zusammensparen.
10.000 Mark und mehr fordern iranische Mädchenhändler für ihre "Ware" im Alter von 9 bis 12 Jahren.
90 Mark mussten anno 1875 für eine Negersklavin aus dem afrikanischen Busch aufgewendet werden.
12 Rinder sind im Swaziland der Durchschnittspreis für ein heiratsfähiges Mädchen. 10 davon gehören dem Brautvater, eines der Brautmutter, eins wird für den Hochzeitsschmaus geschlachtet.
300 Mark betrug vor Jahrzehnten der Kaufpreis für eine Jungfrau auf dem Heiratsmarkt von Lahore in Indien.
2 Kühe, dazu 3 Schafe und 2 Schweine muss ein Heiratslustiger in Nigeria für seine Zukünftige berappen.
2400 Mark legten die Römer im Jahr 168 vor Christi Geburt für schöne Sklavinnen an, die sehr gefragt waren.
200 Mark und darüber waren im alten Rom der Preis für hässliche Sklavinnen, wie sie nach der Schlacht bei Pydna aus Makedonien importiert wurden.
(aus: "Schon gewusst?", 1963, Verlag Die Gabe, Gütersloh)
 

Bielefeld gibt es nicht!

Der deutsche Informatiker Achim Held veröffentlichte 1994 im Usenet die Theorie, dass es die Stadt Bielefeld in Wirklichkeit gar nicht gäbe. Worum es geht, wird in Wikipedia so beschrieben:

"Die Anhänger dieser Verschwörungstheorie stellen die Existenz der Stadt Bielefeld in Frage. Sie behaupten, dass alle Hinweise auf diese Stadt Teil einer groß angelegten Verschwörung sind, der Bielefeldverschwörung. Diese Verschwörung soll die Menschheit von dem Dasein einer Stadt namens Bielefeld überzeugen. Die Anhänger dieser Verschwörungstheorie sprechen in Bezug auf die Urheber der Verschwörung grundsätzlich nur von IHNEN oder SIE. Einige vermuten als Urheber der Bielefeldverschwörung die CIA, den Mossad oder Außerirdische unter der Führung eines gewissen Ashtar Sheran, die ihr Raumschiff als Universität getarnt haben. Eine andere Version dieser Verschwörung argwöhnt, dass sich in Bielefeld der Eingang zu Atlantis befindet. Um SIE nicht aufmerksam zu machen, werden statt Bielefeld oft die Termini B*e*e*e*d, B**l*f*ld, Blfd oder Bielefake verwendet, oder es wird schlicht von dem B-Wort gesprochen. Auch Lachen bei Berichten in Nachrichtensendungen über Ereignisse in Bielefeld gehört zum Verhaltens-Repertoire der Anhänger der Theorie.
Unter Anhängern der Bielefeld-Theorie gilt das Nummernschild BI an deutschen Kraftfahrzeugen nach wie vor als Fälschung, da es per definitionem ein solches Nummernschild nicht geben kann.

Die Stadt Bielefeld selbst steht der Bielefeldverschwörung mit gemischten Gefühlen gegenüber. „Wir nehmen das mit Humor“, wird Anika Hempelmann vom Presseamt Bielefeld in einem ZDF-Bericht zitiert. Die Leiterin des Presseamtes der Stadt Bielefeld gab an: „Soll ich ehrlich sein? Ich hasse es wie die Pest!“ Die Stadt Bielefeld erhalte häufig E-Mails, in denen die Existenz der Stadt angezweifelt wird. Die Stadt wird ihr 800-jähriges Jubiläum 2014 mit dem Motto „Das gibt's doch gar nicht“ begehen."
 

Der Newman Motor-Generator

Die Newman-Maschine, erfunden von Joseph Newman, ist, seit sie 1981 bekannt wurde, ein Streitobjekt hinsichtlich des Anspruches, zu leisten, was Joseph Newman behauptet: Nämlich mehr Energie abzugeben, als ihr per Spannungsquelle zugeführt wird.

aus einer mittlerweile nicht mehr aufrufbaren Website
(http://main-kinzig.net/privat/kh/newman)
"Dies alles sei nun möglich:
- eine unbegrenzte Quelle freier Energie
- sicheres und wirtschaftliches Reisen mit Lichtgeschwindigkeit
- Verschmutzungsfreiheit
- Weltfrieden
- Jede Nation wird energieunabhängig
- Die Ein-Stunden-Arbeitswoche"

Eine kritische Betrachtung hierzu findet sich unter:
http://www.borderlands.de/energy.newman.php3

 

Goethes Farbenlehre

Die auf Johann Wolfgang von Goethe zurückgehende Farbenlehre ist in Goethes Werk "Zur Farbenlehre" enthalten. Er stellte darin die während vieler Jahre gemachten Überlegungen und Versuche über das Wesen der Farbe dar. Goethe versuchte, das Phänomen Farbe in seiner Gesamtheit – das heißt nicht lediglich einseitig physikalisch oder von einem ästhetischen oder anderen Standpunkt aus – zu erfassen und zu beschreiben.
Anerkennung erreichte er aber nur mit dem Abschnitt „Physiologische Farben“, der die Erkenntnisse zur Farbwahrnehmung enthält.
Er irrte speziell im Abschnitt „Physische Farben“, der von ihm als Widerlegung der vorwiegend von Isaac Newton stammenden naturwissenschaftlichen Erkenntnisse gedacht war.
Goethe selbst schätzte die Ergebnisse seiner Forschungen zur Farbe höher ein als die seines gesamten literarischen Schaffens.
(aus Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Farbenlehre_(Goethe)
- Hervorhebungen von Neese -

 

Latrinen mit Kultur

Das "stille Örtchen" war nicht immer still. Im Gegenteil: Als das Klo erfunden wurde, diente es auch als Ort der Begegnung und des Gesprächs. Die Römer feierten sogar Partys in ihren Latrinen. Eine der ersten Toilettenanlagen entstand etwa 2350 v. Chr. in Mesopotamien, dem Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris (heute Südtürkei, Syrien und Irak). In Tell Asmar gruben Archäologen einen Palast aus, der über mindestens sechs Sitzklosetts verfügte, die über Abzugsdolen an den Hauptkanal angeschlossen waren.
Dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot (484 - 425 v. Chr.) fiel bei einer reise nach Ägypten auf, dass die Bewohner dort im Gegensatz zu seinen Landsleuten Abtritte innerhalb der Häuser benutzten.
Die Römer machten später aus den Toilettenräumen reich verzierte Tempel der Begegnung. Sie bauten wassergespülte Massen-Latrinen mit bis zu 40 Plätzen, auf denen man nicht nur seine Notdurft verrichtete, sondern auch Orgien feierte.
(aus Readers Digest, Ausgabe 8/2006)
 

Erschaffung der Erde

Nachdem er alle "Zeugungen" in der Genesis untersucht hatte, kam Bischof Ussher von Irland zu der Erkenntnis, dass der Planet Erde am 26. Oktober 4004 v. Chr. um 9 Uhr morgens erschaffen wurde. Es war ein Donnerstag.
 

Amt Blank

Das Amt Blank war von Oktober 1950 bis 1955 die Vorgängerinstitution des Bundesministeriums der Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland. Bis 1953 war ihm die Telefonnummer 1870/71 zugeteilt. Dies ist auch die Jahreszahl des einzigen Krieges, den das deutsche Reich gewonnen hat.
aus: "Ganz Deutschland lacht", 1999, Lenz/Thoma/Howland, dtv
 

Englisch im Deutschen?

Schon mal versucht, in England ein Handy zu kaufen? Da hätte man arge Schwierigkeiten, weil keiner weiß, was Sie eigentlich wollen. Im englischsprachigen Raum heißen die Dinger nämlich frecher Weise „mobile“.

Und diese neurotische Sucht, sich möglichst „englisch“ auszudrücken, macht sich auch an weiteren Begriffen fest. Es gibt im Englischen keine Casting Show. Public Viewing gibt es, bezeichnet aber die öffentliche Aufbahrung von Toten. Beim Beamer wird vielleicht gerade noch an Star Trek gedacht, aber nicht an die Übertragung von TV-Bildern auf Leinwand. Weder in London noch in Sydney kann man etwas mit einem Evergreen anfangen, es sei denn, man ist Gärtner. Und beim Smoking schauen die meisten wohl nur, ob es hier gerade verboten ist zu rauchen.

Der Oldtimer ist im Englischen ein Veteran, aber kein Auto. Im Englischen unbekannt sind auch Begriffe wie Longseller, Showmaster oder Messie.

Reichlich neurotisch, wir Deutschen …
 

Wenn die Welt ein Dorf wäre
aus: Readers Digest 10/2006

Über sechs Milliarden Menschen bevölkern unseren Planeten - eine schier unfassbare Zahl von Armen, Reichen, Schwarzen, Weißen ... Ein kleines Gedankenspiel hilft unserer Vorstellungskraft auf die Sprünge: Wenn wir die Welt auf ein Dorf mit 100 Einwohnern reduzierten, lebten dort:

- 52 Frauen und 48 Männer
- 57 Asiaten, 21 Europäer, 14 Amerikaner und 8 Afrikaner
- nur 30 Menschen mit weißer Hautfarbe
- 70 Analphabeten
- 80 Menschen ohne ausreichende Wohnverhältnisse
- 30 Christen und 70 Angehörige anderer Religionen
- Lediglich ein Dorfbewohner verfügte über einen Computer.
- Und 92 Gemeindemitglieder müssten von weniger als einem Euro pro Tag leben.
 

Erhellte Nacht

Am 30. Juni 1908 war es in England nachts so hell, dass man draußen Zeitung lesen konnte. An diesem Tag war in Sibirien ein Meteorit in 5 bis 10 Kilometer Höhe explodiert. Die dabei entstandene Druckwelle mähte 200 km² Wald nieder und fegte das Wasser von Seen und Flüssen in den Himmel.
Die Wasserpartikel zogen westwärts, und da sie in großer Höhe das Sonnenlicht reflektierten, fielen für einige Nächte die astronomischen Beobachtungen aus. Mancherorts konnte man mitten in der Nacht taghelle Photographien aufnehmen.
Und die Londoner "Times" bekam einen Leserbrief, in dem gefragt wurde, warum man im südostenglischen Brancaster noch nachts um zwei Uhr eine Runde Golf habe spielen können.

aus: Brockhaus-Kalender 1997

Garantiert kaputt

Die Hamburger Morgenpost berichtet am 15.10.2012 über die heimlich geplanten Verfallszeiten elektrischer Geräte, die präzise so geplant sind, dass die Geräte nach Ablauf der Garantie kaputt gehen.
Dabei berichtet sie über eine Glühbirne in einer Feuerwache in San Francisco, die seit 111 Jahren brennt. Seit kurzem sendet eine Webcam das Bild dieser dienstältesten Glühbirne der Welt ins Internet. Der Bericht endet mit der Information, dass die Glühbirne schon zwei Webcams überlebt hat, die jeweils nach exakt drei Jahren den Geist aufgaben ...
 

Was ist denn jetzt der Nachname?
"Mein Name ist Kim Woo-Seok"

Familiennamen in China, Vietnam und Korea haben in der Regel nur eine Silbe. In Japan zwei oder drei. Typische Namen für China sind Li und Zhang. In Korea sind Kim und Park sehr geläufig, in Vietnam Tran und Nguyen. In Korea sind Kim und in Vietnam Nguyen jeweils lokal der mit Abstand häufigste Familienname mit einem Bevölkerungsanteil von über 40 %.
Der Familienname wird in Japan, China, Vietnam und Korea zuerst genannt, der Vorname wird also dem Nachnamen nachgestellt.
Übrigens ist es so, dass in Korea Ehefrauen nicht den Nachnamen ihres Ehemannes annehmen, sondern ihren Familiennamen behalten. In Japan dagegen muss das Ehepaar sich auf einen Familiennamen verständigen. In der Regel ist dies der Name des Ehemannes. Hat die Familie der Ehefrau keinen männlichen Erben, kommt es vor, dass der Ehemann den Familiennamen der Braut annimmt. Doch das ist eher die Ausnahme als die Regel.
Die fiktive Person im Titel heißt also Kim mit Nachnamen. Sein Vorname ist Woo-Seok.
             aus dem Sommer-Newsletter 2012 des Asia-Restaurants bok
 

Der Mann der 100.000 Wörter

Der passive Wortschatz umfasst die Begriffe, die man versteht. Im Unterschied dazu steht der aktive Wortschatz, also die Zahl der Wörter, die man selber mündlich oder schriftlich einsetzen kann.
Der aktive Wortschatz ist immer der kleinere. Im Alltag reichen uns 5.000 bis 10.000 Wörter auch für komplexe Situationen. Goethes aktiver Wortschatz ist mit 50.000 Wörtern gezählt worden.
Man kann den passiven Wortschatz hochrechnen, indem man 1000 zufällige Wörter aus dem Duden wählt und eine Strichliste macht, wie viele Wörter man kennt.
Wolf Schneider, langjähriger Leiter der Hamburger Journalistenschule, Autor von Sprachbüchern, Stillehren und einem Dutzend Sachbüchern und vermutlich einer der Menschen in Deutschland mit dem größten aktiven und passiven Wortschatz hat diesen Test gemacht. 87 % der Zufallsauswahl waren ihm bekannt. Von 6 % hatte er eine Ahnung, was sie bedeuten und 7 % waren ihm unbekannt. Hochgerechnet auf 124.000 Stichwörter im  Duden entsprechen 87 % 108.000 sicher bekannten Wörtern.
             aus: Das sonderbare Lexikon der deutschen Sprache, S. 335
 

Lebensleistungswahrscheinlichkeiten

"Wie groß ist die statistische Wahrscheinlichkeit, dass ich im Laufe meines Lebens etwas wirklich Erstaunliches zustande bringen werde?"

Natürlich ist diese Frage nicht zu beantworten. Was schließlich ist "etwas wirklich Erstaunliches"? Mehr wissen wir immerhin über die statistische Wahrscheinlichkeit, dass Sie das "Nicht-Erstaunliche" tun werden. Bei einer Lebenserwartung von 79,5 Jahren werden Sie 415 Millionen Mal blinzeln, Ihre gesamte Körperbehaarung wird um 948 km wachsen, Sie werden 19 kg Haut abstoßen, Ihre Finger- und Zehennägel werden 29 m und die Haare in Ihrer Nase 198 cm wachsen. In Ihren ersten beiden Lebensjahren werden Sie 150 km gekrabbelt sein und während Ihres weiteren Lebens 21 951 km zu Fuß zurücklegen. Bis zum Alter von 21 Jahren werden Sie genügend Luftein- und ausgeatmet haben, um 3 Millionen Luftballons aufzublasen. Im Laufe Ihres Lebens werden Sie 2,5 Jahre am Telefon verquasseln, 7 300 Eier essen, 159 kg Schokolade futtern und sechs Monate auf der Toilette verbringen. Statistisch gesehen werden Sie mit insgesamt fünf Liebhabern 2 580-mal Geschlechtsverkehr haben. Der großen Liebe werden Sie allerdings nur zweimal begegnen.

aus: "Anatomische Wunder - Das Zweimalzwei der menschlichen Kuriositäten", 2000, Dr. Stephen Juan, Nikol Verlags-GmbH

Alaaf und Helau

Die Entstehung der beiden Rufe (Alaaf und Helau) ist umstritten. Unter vielen anderen findet sich auch diese nette Erklärung: 1259 erlangte Köln das „Stapelrecht“, was besagte, dass jedes Schiff die geladenen Waren drei Tage lang den Kölnern besonders günstig verkaufen musste und den Rest erst danach weiterverschiffen durfte. Einem Mainzer Kaufmann war dies natürlich nicht recht und er soll folgendes verkündet haben: „Ich vil he lau fahrn“ (Ich will hier ohne weiteres durchfahren). Woraufhin ihm die Kölner entgegenriefen: „Al aaflade, ihr sollt al aaflade"(also: alles abladen). Dieser Streit endete recht blutig und der Kaufmann musste schwer  verletzt fünfzig Kilometer rheinabwärts an einem kleinen Dorf anlegen und sich behandeln lassen. Seine Ladung wurde dort zur Grundlage einer neuen Stadt: Düsseldorf. Zum Gedenken an diesen Vorfall und an den Mainzer Kaufmann, der mit seinem Reichtum die Stadtgründung ermöglichte, ruft man in Düsseldorf noch heute „Helau“, was die Kölner ganz traditionell mit „Alaaf“ kontern.
 

Kidnapping von Chaplins Leiche

Als Charlie Chaplin gestorben war, wurde sein Leichnam in der Nacht vom 1. auf den 2. März 1978 aus dem Schweizer Friedhof gestohlen und für die Rückgabe von seiner Familie Lösegeld gefordert. Zum skurriler Geschehen berichtet seine Tochter Geraldine: „Zur Geldübergabe sind wir mit dem Rolls Royce meiner Mutter gefahren. Im Fußraum war ein Polizist versteckt, so ein 007-Typ mit Waffe. Er neigte zur Reisekrankheit und hat sich mitten im Einsatz übergeben. Ein Postbeamter hatte den Funkverkehr mitgehört. Er war in der Mittagspause und dachte: Action, Überfall. Mit dem Postlaster hat er sich an uns drangehängt. Um uns herum waren überall Zivilpolizisten, die den Briefträger sofort aus dem Auto geholt haben. Besorgte Schweizer Bürger haben das dann für einen Postraub gehalten, die Nummern der Zivilstreifen notiert und die örtliche Polizei auf ihre eigenen Kollegen gescheucht.“
Hat da Charlie aus dem Jenseits eingegriffen und einen letzten verrückten Film gestaltet?
 

Sprachpanscher des Jahres 1997

Jil Sander: „Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, dass man contemporary sein muss, das future-Denken haben muss. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, dass man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewusste Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muss Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils.“
 

 
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